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Full text: Die Steinwaaren (Gruppe IX, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Steinwaaren. 
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Unter jenen Leitungen, welche hervorgehoben zu werden verdienen, gehö 
ren die des Jofef Ho rner in Linz für zwei Votivtafeln in Marmor mit nett gear 
beiteten Reliefs. (Anerkennungsdiplom.) 
Ferner von Franz Lichtblau in Saubsdorf in Oefterreichifch-Schlefien 
(Grabmonumente aus dem grauen kryftallinifchen Marmor); von Jofef F ranke 
in Grofs-Kunzendorf (ein Taufbecken aus gleichem Marmor); von Albert 
Förfter in Zuckmantel (nette, gute Arbeit aus fchlefifchem Marmor an einem 
Tifch mit Fufs aus einem Stück); ferner von Fabian Hochftim in Krakau 
(Toilettegegenftände aus Dembnicker Marmor und Mienkinaer Porphyr, welche 
nett gearbeitet waren); dann von Conftantin v. Orlowski aus Brzozdowce in 
Galizien (Tifchplatten, Vafen, Leuchter etc. aus dem Gyps des Dnieftergebietes), 
dann von Jofef Schroth aus Saubsdorf (Brunnen mit Vafe und Mufchel aus 
fchlefifchem Marmor). Allen diefen wurde das Anerkennungsdiplom zuerkannt. 
Andrea Francini in Wien brachte in der Rotunde einen fehr 
gefchmackvollen Kamin aus Carrara (clair blänc) mit einem Unterfatz aus grauem 
Marmor, mit reicher Decorirung, zur Ausflellung. Es wurde ihm die Yerdienft- 
medaille zuerkannt. 
Carlo Vanni’s Nachfolger, weicherauch den Kamin im Kaiferpavillon 
lieferte, brachte aufserdem einen Kamin aus grünem Marmor (verdi di prato). dann 
vier Säulen und Vafen von Serpentin, zwei Kamine von Carrara, kleinere Büften 
und verfchiedene andere Artikel und Nippfachen aus Carrara und Alabaftei in 
gefchmackyoller Ausführung zur Anfchauung. Ihm wurde die Vei-dienft- 
medaille zuerkannt. 
Anton Wafferburger in Wien hat mit feiner gothifchen Grabcapelle, 
rechts vom Südportal der Rotunde, in der Elifabeth-Avenu entfchieden den 
erften Rang in Vorführung ftylvoller Objede zu erringen verftanden. Der Ent 
wurf hiezu war Friedrich Schmidt, die Detail-Ausarbeitung deffen Schüler 
Karl Schaden, die Ausführung, fo weit fte den figuralifchen Theil betraf, 
die vier Cardinaltugenden darftellend, Luis le Grain und die ornamentale 
Ausarbeitung Jofef Pokorny übertragen. Die übrigen zum architektoni- 
fchen Aufbau nöthigen Verfatzftücke waren im Atelier Wafferburger felbft 
gearbeitet, und zwar die Aufgangsftufen fammt Fries aus Mauthaufener Granit. 
Die fechs’ Säulen waren aus dem fleifchröthen Granit des fächfifchen Erzgebir 
ges. Diefes Material war rein gefchliffen und polirt. Das Material für den orna 
mentalen und weiteren gothifchen Ausbau der Capelle war von dem neuen, in 
der Bildhauerei fo beliebt gewordenen Mokritzerftein aus Krain gearbeitet. 
Der Sarkophag jedoch, das Hauptftück des ganzen Ausftellungs-Objedes, durfte 
wegen des vorhin erwähnten eigenthümlichen Reglements nicht aufgeflellt wer 
den, wenigftens fo lange, bis die Ausftellung officiell gefchloffen war. Dann erft 
wurde derfelbe auf den Platz gebracht und aufgeftellt, damit ein completes Bild 
diefes Objektes aufgenommen werden konnte. 
Herr Wafferburger erhielt für diefes ObjecT die Fo.rtf-chritts- 
medaille. 
Nicht unerwähnt darf hier bleiben die Kanzel für die neue Fünfhaufer 
Kirche, welche in der Rotunde aufgeftellt war. Der Entwurf von Friedrich 
Schmidt (gothifch) wurde ausgeführt in Mokritzerftein durch Franz 
Schönthaler. Diefes Objed reiht fich dem vorbefprochenen, von Waffe rb ur- 
ger ausgeftellten würdig an. Jedoch wurde das eine von der Jury für kirchliche 
Kunft und das andere von der Jury für Steinwaaren beurtheilt. 
An beiden Objekten konnte man fehen, wie das hauptfächlich verwendete 
Material es ermöglicht, des Bi 1 dha ue rs Kunft zur vollen Geltung zu bringen. 
Es ift der Mokritzerftein ein tertiärer Foraminiferenkalkftein, und 
nicht ein Sandftein, wie ihn die Bildhauer und Steinmetze in Wien fälfchlich 
benennen. Volle würdige Befprechung erfuhren beide Objecte in dem
	        
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