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Full text : Die Steinwaaren (Gruppe IX, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Steinwaaren.

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cation  der  Mühlfteine  nach  franzöfifcher  Art  bei  lieh  einzubürgern  fachten  und  das
Rohmaterial  hiezu,  die  Carreaux  von  La  Ferte  sous  Jouarre  direct  beziehen,
oder  auch  durch  heimifchen  Quarz  zu  erfetzen  fachen-Oefterreich
  -  Ungarns  Beftrebungen  in  diefer  Richtung  find  jedoch  von
gröfserem  Erfolge  begleitet,  da  es  unterftützt  ift  durch  den  heimifchen  Süfswafferquarz,
  welcher  als  Nachwirkung  der  grofsen  Trachyt-Eruption  in  Ungarn  erfcheint,
der,  ganz  analog  jener  in  der  Dordogne  und  Maine  in  Frankreich,  lange
dauernde  Ausftrömungen  heifser  Quellen  folgten,  welche  viel  Kiefelfäure  gelöft
enthielten  und  beim  Erkalten  an  der  Oberfläche  abfetzten.
Je  näher  dem  Aufftrömungspundle  der  Quellen,  defto  dichter,  opaker  find
die  Quarzmaffen,  und  je  entfernter  von  diefem  Aufftrömungspuntfte  fchliefslich
diefe  Kiefelfäure  in  einzelnen  Tümpeln  abgefetzt  wurde,  um  fo  weniger  dicht  und
opak,  d.  h.  poröfer  wird  folcher  Abfatz.  Gleichzeitig  nehmen  in  fich  auf  und
bedecken  diefe  Kiefelfäure-Niederfchläge  die  verfchiedenen  Gräfer  und  Pflanzenrefte
  und  andere  Gegenftände  ,  die  an  der  Oberfläche  wuchfen  und  sich  vorfanden; ­
  sie  werden  dadurch  noch  poröfer  und  zur  Verwendung  als  Mühlfteinquarz
geeigneter.
Diefe  Süfswafferquarze  belegte  man  nun  mit  eigenen  Namen,  um  fie  fchon
hiedurch  zu  unterfcheiden,  und  nannte  die  elftere  dichtere  Varietät  Hydroquarz
  it  und  die  andere,  wegen  der  Ablagerung  an  niedereren,  verfumpften  Stellen  und
der  Aufnahme  von  Sumpfgräfern  und  anderen  Pflanzen  und  hiedurch  bedingten
poröferen  Zuftände,  L  i  m  n  o  q  u  arz  i  t.
Es  fcheint,  dafs  bei  den  Franzofen  diefe  letztere  beffere  Varietät  durch  den
langjährigen  und  ausgedehnten  Betrieb  fchon  ganz  ausgebeutet  ift,  oder  nur  mehr
in  fehr  kleinen  Stücken  zu  haben  ift  und  nun  durch  die  derbere  Varietät  vertreten
werden  mufs.  Die  Carreaux  fowohl,  als  wie  die  fertigen  Mühlfteine,  die  aus  Frankreich ­
  am  Wiener  Platze  zu  fehen  waren,  fchienen  diefe  Anfchauung  zu  unterftützen.
Um  fo  gröfser  war  das  Erftaunen  der  Fachleute,  als  ich  dem  ungarifchen
Quarzit,  dem  fie  feine  Nationalität  nicht  anerkennen  wollten  und  die  fie  nur  als
franzöfifchen  zu  betrachten  wufsten,  in  der  Weife  zur  Anerkennung  verhaft,  indem
ich  an  den  Durchschnitten  der  Pflanzen:  Phragmites  Ungeri,  der  Typha
Ungeri  und  des  Glyp  t  o  strobu  s  europaeus  erwies,  dafs  diefe  den  ungarifchen ­
  Limnoquarzit  en  eigenthümlich  und  in  franzöfifchen  Süfswafferquarzen,
wie  fie  am  Platze  Vorlagen,  nicht  erweisbar  feien,  während  die  andere  Gruppe
der  Süfswafferquarze,  welche  der  Ausflufsftelle  der  einftigen  Quellen  näher
liegen,  die  ungarifchen  fowohl,  als  die  franzöfifchen,  die  Hydro  quarzit
genannten  Varietäten  in  der  Qualität  fich  gleich  flehen.
Infofern  als  die  öfterreichifeh-ungarifchen  Mühlfteinfabrikanten  das  Verftändnifs
  erlangen  werden  (welches  fie  aber  gegenwärtig  noch  nicht  belitzen),  die
Limnoquarzit  genannten  Varietäten  mit  den  Pflanzenreften  aufzufinden  und
vorhergehend  zu  verwenden,  infofern  werden  fie  ftets  ein  befferes  Fabricat  liefern ­
  können,  als  es  den  Franzofen  mit  ihrem  Materiale  noch  möglich  ift.
Bei  der  Verwendung  diefes  Materiales  ift  nämlich  darauf  zu  fehen,  dafs
die  Einfchlüffe  von  Phragmites  und  Typha  mit  ihrer  Querfchnittsfläche
  parallel  zur  Mahl  fläche  und  die  Längenachfe  diefer
Pflanzenrefte  parallel  zur  Drehungsachfe  des  Läufers  ftehen.
Solche  Hydroquarzite  und  Limnoquarzite  aus  Niederfchlägen  von  einftigen
Kiefelfäure  führenden  heifsen  Quellen  find  in  Ungarn  an  vielen  Pundlen  innerhalb
der  Region  des  Eruptionsgebietes  der  Trachyte  gefunden  worden  und  noch  zu
finden.
Ich  nenne  nur  in  dem  centralen  Eruptionsftocke  von  Kremnitz-Schemnitz
die  Süfswafferquarze  von  Klinik  (auch  G  e  1  e  t  n  e  k  genannt),  und  W  1  c  y  P  o  t  o  k,
von  Lu  tili  a,  Deutfeh-Litta  und  Szlaska;  im  Eperies-Tokajer  Trachytgebiete
  die  Süfswafferquarze  von  E  r  d  ö  b  e  n  y  e  ,  Basko,  Fony  und  Sarospatak,
  und  in  dem  grofsen  Trachytzuge  am  Südrande  der  Karpathen  zwifchen
            
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