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Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.
des Vei'haltens der verschiedenen Strohsorten und deren Reactionen zu
chemischen Agentien viele für diesen Betriebszweig wichtige Verhältnisse
aufgeklärt, und hat durch Verbesserung der Apparate, sowie
durch zweckmässige Verwendung resp. Verbindung des Strohstoffes
mit anderen Papiermaterialien diesen Industriezweig ausserordentlich
gefördex't, so dass man wohl sagen kann, er hat demselben erst Bahn
gebrochen.
Der nach dem damals üblichen Verfahren bereitete Strohstoff war
indessen nur zu der Herstellung geringerer Sorten von Papier, vorwiegend
Pack- und Einschlagspapier, anwendbar. Die betreffenden Papiere
waren kurzfaserig, brüchig, sehr wenig haltbar und ausserdem nicht
von genügend heller Farbe. Es rühren diese Mängel des Fabrikats von
den Nebenbestandtheilen des Strohes her, welche bei jenen Verfahrungsweisen
nicht genügend entfernt werden; sie beeinträchtigen sowohl die
Filzung der Fasern, als auch die Wirkung der üblichen Bleichmittel
wesentlich.
Diese Incrustationsstoffe lassen sich durch ein einfaches Auskochen
des Strohes mit alkalischen Flüssigkeiten nicht genügend beseitigen;
sie werden indessen von den alkalischen Laugen dann gelöst, wenn
letztere bei einer über dem normalen Siedepunkte liegenden Temperatur
und unter höherem Dampfdrücke, auf das Stroh einwirken.
Mellier hatte den glücklichen Gedanken einer solchen Behandlungsweise
zuerst gefasst und ist als der Erfinder der jetzt bereits schon
so wichtig gewordenen Methode zur Herstellung von weissem Strohstoff
anzusehen. Sein unter dem 7. August 1854 in Frankreich, unter dem
2. Mai 1855 in England 1 ) patentirtes Verfahren besteht im Wesentlichen
in Folgendem:
Das von den beigemengten Pflanzentheilen befreite, mittelst einer
Häckselmaschine zerschnittene Stroh wird während mehrerer Stunden
in Wasser eingeweicht und sodann in einem drehbaren, geschlossenen
Behälter mit kaustischer Alkalilauge — auf 100 Kg Stroh 16 Kg
Alkali — während einer Zeitdauer von circa drei Stunden auf 310°F.,
welche Temperatur einem Dampfdrücke von 70 Pfund pro Quadratzoll
engl, entspricht, erhitzt. Zum Heizen des während des Betriebes rotirenden
Apparates dient ein von gespannten Wasserdämpfen durchströmtes
Rohrsystem. Mellier hebt hervor, dass stärkere Hitze den Process
begünstigt, dass bei einer höheren Temperatur eine dünnere Lauge
denselben Effect, wie bei niederem Druck eine concentrirtere Flüssigkeit
ausübt. Die auf diese Weise ausgekochte, sorgfältig mit heissem Wasser
ausgewaschene Masse wird schliesslich mit Chlorkalk gebleicht.
Das von Coupier 2 ) angewendete, demselben in England unter
dem 12.März 1858 patentirte Verfahren weicht von dem Mellier’schen
l) Rep. of pat. inv. E. S. V. 27, S. 260. — 2 ) Polyt, Ctrbl. 1839, S. 222.