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Full text: Papier-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 7

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Gruppe XI. Papier - Industrie. 
des Lahonsse 'sehen Systems, in mehreren Ländern einen erheblichen 
Aufschwung genommen. 
Dieses Papiermaterial wird öfter in besonderen Fabriken, welche 
sich mit der Production des Papiers selbst nicht befassen, hergestellt, 
indessen auch von Papierfabrikanten selbst erzeugt. Es ist lufttrocken 
in Form dicker Pappen mehrfach in den Handel gekommen, ist aber 
in diesem Zustande schwierig löslich und verursacht deshalb mancher 
lei Unbequemlichkeiten bei der Verarbeitung zu Papier. Im nassen 
Zustande zertheilt es sich sehr leicht, mischt sich ohne Schwierigkeit 
mit anderen Papierstoffen. Dann aber bedingt der Versand der mit 
grossen Mengen Wasser behafteten Stoffmassen erhebliche Mehrkosten, 
und auch die Verpackung solcher Masse verursacht Schwierigkeiten. 
Mit Rücksicht hierauf ist es vortheilhaft, die Strohstofffabrikation 
mit der Papierfabrikation zu verbinden. Dann lassen sich auch die 
nicht ganz correct ausfallenden Partien gesondert halten und event. 
zu geringeren Papiersorten verwenden. 
Der Strohstoff hat in mancher Beziehung Aehnlichkeit mit dem 
aus Flachs bereiteten Papierzeuge. Derselbe ist wesentfich härter und 
spröder als der Hadernstoff und liefert ein weniger geschmeidiges, klin 
gendes Papier, welches sich überdies noch durch eine grössere Trans 
parenz vom Lumpenpapier charakteristisch unterscheidet und meistens 
eine pergamentartige Beschaffenheit besitzt. Wegen der leichten Ver 
dichtbarkeit des Strohstoffes ist ein geringeres Quantum an Leim bei 
Herstellung der Schreibpapiere erforderlich. Meistens wird der Stroh- 
stoff in Verbindung mit Hadernstoff und Holzcellulose verarbeitet, und 
ist diese Combination aucli deshalb wünschenswerth, weil reine Strohstoff 
papiere, wie schon hervorgehoben, sehr transparent sind. 
Gebleichtei- Strohstoff war von C. A. Linke in Hirschberg, C. 
Matthys & V. Pummerer in Passau ausgestellt. 
c. Holzstoff. 
Aus Holz werden zwei für die Fabrikation des Papiers wichtige 
Producte hergestellt, nämlich der durch Zerschleifen desselben berei 
tete sogenannte mechanische Holzstoff, und der durch Einwirkung von 
chemischen Agentien auf das Holz bereitete Zellstoff, die Holzcellulose. 
Während die Fabrikation des ersteren Productes bereits ein umfang 
reicher Industriezweig geworden ist, sind die Verfahren zur Gewinnung 
der Ilolzcellulose noch in der Entwickelung und Ausbildung begriffen. 
Es soll der gegenwärtige Standpunkt dieser Industriezweige, der 
Gang der Entwickelung derselben nachstehend in einigen Zügen be 
schrieben werden.
	        
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