Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.
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«) Mechanischer Holzstoff.
Schaffer in Regensburg, dessen Versuche über die Verwendung
des Strohes zur Papierbereitung erwähnt worden sind, kam, wie er in
seinem 1765 erschienenen, für die Geschichte der Papierindustrie inter
essanten Buche, Bd. I, S. 31, mittheilt, durch die Beobachtung Reau-
mur’s, dass die feinen Zellen der Wespennester aus Holzfasern, die
durch ein Bindemittel vereinigt sind, bestehen, auf den Gedanken, es
möchte auch das Holz zur Bereitung von Papier nutzbar gemacht werden
können. Seine Versuche in dieser Richtung hatten einen glücklichen
Erfolg; gelungene Proben seiner aus Buchen-, Weiden- und Espenholz
gefertigten Papiere befinden sich in dem oben erwähnten Buche.
Schaffer bezeichnet das Espenholz als ein besonders geeignetes Mate
rial, weil es eine sehr weisse Farbe besitzt.
Die wichtigen Entdeckungen Schaffer’s haben für die Technik
erst viele Jahre später eine praktische Bedeutung erhalten, und zwar
wohl aus dem Grunde, weil zu seiner Zeit ein so erheblicher Mangel
an Rohstoff, wie in der Folgezeit, nicht vorhanden war.
Ein fabrikatorisches Verfahren zur Herstellung von Papierstoff aus
Holz Hessen sich Richardson, Davidson & Glaude’) im Jahre 1838
in Frankreich patentiren. Nach demselben wird das Holz zuerst mit
einer fraiseartigen Vorrichtung zerkleinert, sodann durch Mühlwerke
mit rotirenden Steinen zerfasert.
Werth voller indessen für die Herstellung von mechanischem Holz
stoff war der von Keller zuerst betretene Weg, das Holz nicht erst
durch Fraisen zu zerkleinern, sondern es sogleich vermittelst eines
rotirenden Mühlsteines zu zerfasern. Von wirklich industrieller Be
deutung wurde diese Methode erst dadurch, dass H. Völter in Heiden
heim durch Einführung höchst zweckmässig construirter Zerfaserungs
und Sortirungsapparate die Production dieses Stoffes im grossen
Maassstabe, die Erzeugung einer gleichförmigen Waare ermöglichte.
Durch Völter’s unablässige Bemühungen hat dieser Industriezweig
einen sehr grossen Umfang gewonnen. Es werden sehr erhebliche
Quantitäten dieses Stoffes jetzt in fast allen Ländern erzeugt, und es
wird den Papierfabriken dadurch ein Material zugeführt, welches sich
als Zusatz auch bei der Herstellung feiner Papiersorten verwenden lässt,
welches aber namentlich für die Massenproduction der gewöhnlichen
Zeitungs- und Affichenpapiere von grosser Bedeutung geworden ist.
Die wesentlichen Theile des Völter'sehen Apparatsystems sind:
der Zerfaserungsapparat, der Vorsortirer, der Raffineur, der Feinsortirer,
die Entwässerungsvorrichtung.
H Brev. d’inv. V. 43, S. 59.
Wiener Weltausstellung. I.
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