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Full text: Papier-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 7

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Section I. Papierzeug, Pappe, Papier. 
Nach dem Keegan’schen*) Verfahren werden Holzstücke mit 
caustischer Alkalilauge unter hydraulischem Druck zuerst imbibirt, 
darauf in einem mit einem Mantel umgebenen Cylinder, welcher wäh 
rend dessen um eine zur Cylinderachse senkrechte Welle rotirt, circa 
zwei Stunden auf 300 Grad F. erhitzt. Der Dampf tritt in den zwi 
schen dem Kessel und dem Mantel vorhandenen Raum. Als Vortheil 
dieses Verfahrens wird einerseits die kurze Dauer des Processes und 
andererseits der geringe Verbrauch von Alkali bezeichnet. 
Bei dem älteren Sin clair’schen 2 ) Verfahren wird ein mit einem 
Siebcylinder ausgekleideter, aufrecht stehender Kessel benutzt, welcher 
von den Flammengasen einerFeuerung umspült ist. Am oberen 1 heile 
des Kessels befindet sich ein Mannloch zum Einbringen des Holzes, 
am unteren Theile eine Verschlussvorrichtung zur Entfernung des ge 
kochten Stoffes. In diesem Behälter wird das zerkleinerte Holz mit 
Natronlauge unter starkem Dampfdruck gekocht. 
Nach einem von demselben Erfinder verbesserten, durch Nicol 
in Glasgow vertretenen Verfahren erfolgt die Kochung des Holzes mit 
der Lauge an Stelle des directen Feuers durch hochgespannten Dampf. 
Zur Erzeugung dieses Dampfes dient ein aus schmiedeeisernen 
Röhren zusammengesetzter Dampfgenerator, bei dessen Benutzung 
nicht, wie bei den gewöhnlichen Dampfentwicklern, gefahrvolle Explo 
sionen zu befürchten sein sollen. 
Der mit Alkali gekochte Stoff wird nach erfolgter Abpressung mit 
Chlorkalk im Holländer gebleicht und im üebrigen wie gewöhnlicher 
Papierstoff behandelt. 
Das gegenwärtig nunmehr mehrfach fabrikationsmässig durch 
geführte Verfahren gipfelt darin, dass das Holz zuerst durch entspre 
chend leistungsfähige Vorrichtungen in Stücke von möglichst gleich 
förmigen Dimensionen, welche eine gewisse Grenze nicht überschreiten 
dürfen, zertheilt und darauf bei einer einem Drucke von 10 bis 12 
Atmosphären entsprechenden Temperatur mit starker caustischerNatron- 
lauge behandelt wird. Auf möglichst vollständige Wiedergewinnung 
der in der Lauge enthaltenen Alkalien ist mit Sorgfalt Bedacht ge 
nommen. Die benutzten Apparate müssen einen regelmässigen, gut 
in einander greifenden Betrieb zulassen. 
Bei der Construction einer geeigneten Schneidevorrichtung, waren 
vielerlei mechanische Schwierigkeiten zu überwinden, und auch die 
Herstellung geeigneter Kochkessel, welche mit Sicherheit einem Drucke 
von 10 bis 12 Atmosphären Widerstand leisten können, bot Schwie 
rigkeiten dar, die indessen gleichfalls als im Wesentlichen überwunden 
erachtet werden können. 
l) D in gl er’s Journ. Bd. 208, S. 316.— 
S. 342; Bd. 206, S. 235. 
2 ) Dingler’s Journ. Bd. 204,
	        
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