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Full text: Papier-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 7

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Section I. Papierzeug, Pappe, Papier. 
Natron entsteht. Circa 70 Proc. des angewendeten Alkalis werden in 
Form von Soda wiedergewonnen. Die regenerirte Soda wird dann mit 
Kalk in bekannter Weise causticirt. 
Das wöchentliche Productionsquantum einer Fabrik, wie sie be 
schrieben, beträgt bei 24 ständiger Arbeitszeit circa 400 Ctr. unge 
bleichten Holzstoff. Zu dieser Production sind in Function: 1 Holz- 
schneidemaschine, 2 Kochkessel nebst den zugehörenden Apparaten 
und die erwähnten Rühr-, Trocken- und Calcinirvorrichtungen. Der 
Betrieb erfordert 40 Arbeiter bei einer Betriebsmaschine von 40 bis 
50 Pferdekräften. lOOTheile lufttrocknes Holz liefern 30 bis 35Theile 
ungebleichten, trocknen Stoff, dessen Productionskosten pr. Ctr. je nach 
den Rohmaterialpreisen 15 bis 18 Rmk. betragen. 
Zum Bleichen von 100 Kg trocknen Stoffes sind 25 Kg Chlor 
kalk im Werthe von circa 4'5 Rmk. erforderlich. Für ungebleichten 
Holzstoff zahlen die Papierfabriken zur Zeit 24 bis 25’5 Rmk.; für 
gebleichten dagegen 30 Rmk. 
Eine Wochenproduction von weniger als 400 Ctr. ist deshalb nicht 
vortheilhaft, weil bei einem kleineren Betriebe die Fabrikationskosten 
im Yerhältniss zur producirten Waare grösser ausfallen. 
Die Vorzüge des eben beschriebenen combinirten Systems von Lee 
und Houghton sind folgende: 
1) Die einen sehr wesentlichen Theil der Einrichtung bildende 
Holzschneidemaschine ist sehr leistungsfähig; sie zerkleinert 
in einer Stunde 30 Ctr. Holz in Stücke von geeigneter Grösse. 
2) Die Kochkessel zeichnen sich durch Einfachheit aus und bieten 
eine grössere Sicherheit, als von anderer Seite empfohlene Vor 
richtungen, die überdies complicirter sind. 
3) Ebenso zeichnen sich die Vorrichtungen zur Wiedergewinnung 
der Soda aus den Kochlaugen durch Einfachheit und Lei 
stungsfähigkeit aus. 
Die bisher angestellten Versuche, den Holzstoff unter Beihilfe 
weniger stark erhitzter Laugen, also unter geringeren Dampfspan 
nungen als 10 bis 13 Atmosphären zu produciren, haben entschieden 
keinen günstigen Erfolg gehabt. Es hat sich vielmehr herausgestellt, 
dass gerade die hohe Temperatur die Auflösung der incrustirenden 
Beistoffe des Holzes sehr befördert, und soweit die bisherigen Erfah 
rungen reichen, ist der einem solchen Drucke entsprechende Wärme 
grad für die beabsichtigte Reaction durchaus erforderlich. Mit gros 
ser Vorsicht sind deshalb die Anpreisungen von Verfahren aufzuneh 
men, deren angebliche Verbesserung in der Anwendung niedriger 
Dampfspannungen beruhen soll. 
Der Verfasser verdankt die Angaben über das vorstehend be 
schriebene Verfahren dem Civilingenieur Herrn C. M. Rosenhain in 
Berlin, welcher die Einrichtung von Cellulosefabriken als Specialfach
	        
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