Section I. Papierzeug, Pappe, Papier.
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e. Papiermaschine n.
Es waren zwei complete Papiermaschinen ausgestellt, nämlich: von
G. Sigl in Berlin, bestimmt für die Holzstoff- und Papierfabrik zu
Schlema bei Schneeberg, und vonEscher, Wyss & Co. in Zürich, für die
Papierfabrik-xYctiengesellschaft zu Dachau bei München erbaut.
Beide Maschinen sind zur Anfertigung feinster Papiersorten ein
gerichtet, haben eine Arbeitsbreite von circa l'8m.
Die Papiermaschine von Gr. Sigl enthält in der Nasspartie ein
gegen 12m langes Metalltuch und ist ,mit zwei' eisernen Saugappara-
ton versehen. Die kupfernen Registerwalzen von 50 mm Durchmesser
haben Stahlzapfen und laufen in stellbaren Lagern von harten Metal
len. Die Schüttlung wird vermittelst eines stabil construirten Schüt
telapparates, der durch Frictionsscheiben betrieben wird und dessen
Geschwindigkeit auch während des Betriebes verändert werden kann,
bewirkt. Im Aullaufgestelle sind zwei metallene Knotensiebe mit ge
frästen metallenen Durchlaufsplatten angebracht. Die Schüttelwellen
der Knotensiebe liegen unten im Gestelle und werden von unten be
wegt. Das Stoffschöpfrad ist mit dem Wasserschöpfer combinirt, und
eine kleine mit Ventil und Schwimmer versehene Vorbütte ist behufs
Regulirung des Stoffzulaufes mit dem Schöpfrade in Verbindung ge
bracht. Ausserdem ist am Schöpfrade für die Regulirung des Stoff
zuflusses ein verstellbarer Schieber angeordnet.
An der Papiermaschine von Escher, Wyss & Co. ist bei der
Nasspartie ein kürzeres Metalltuch angewendet. Im Auflaufgestell
waren drei Knotenfänger angebracht, deren Bewegung ähnlich wie bei
Sigl erfolgte. Die Bewegungstheile und das ganze Auflaufgestell sind
stärker, viel massiver construirt. Stoffschöpfer und Wasserschöpfer
sind gänzlich von einander getrennt. Das Schüttelwerk kann durch
Riemenconusse mit verschiedener Geschwindigkeit bfewegt werden. Die
Registerwalzen (von ähnlicher Breite wie bei Sigl) haben circa 80 mm
Durchmesser. Es sind drei Saugeapparate angebracht. Es waren die
Nasspartien beider Maschinen sehr sorgfältig gearbeitet.
. In der Presspartie der Sigl’sehen Maschine befinden sich guss
eiserne, gut geschliffene, in seitlich offenen, starken Ständern gelagerte
Walzen von circa 300 mmDiameter, welche Einrichtung das Einziehen
der Filze wesentlich erleichtert. Die obere Walze kann durch eine
chraube um etwas gehoben werden. An allen Presswalzen sind mecha-
nisch bewegliche Schaber angebracht.
Die Presspartie der Maschine von Escher, Wyss & Co. hat
insichtlich der Lage und der Dimension der Pressen mit der SigP-
schon Aehnlichkeit. Die sehr stabil construirten Presswalzenständer
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