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Full text: Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

Section II. Baumwollenwaaren. 511 
in Mattweil, und J. R. Suter in Zofingen. Hier wird das künstliche 
Alizarin schon stark und mit bestem Erfolge benutzt. 
Auch die Druckereien in Türkischroth- und Indigoblaugrund mit 
eingepassten bunten Farben behaupteten ihren altbewährten Ruf; eine 
grosse Auswahl vorzüglicher Fabrikate in Stoffen und Tüchern hatten 
H. Sulzer in Aadorf und Egg, Ziegler, Grenter & Co. in Winter 
thur ausgestellt. 
Ein Fortschritt in diesem Fabrikationszweige gegen frühere Aus 
stellungen kann allerdings kaum constatirt werden, da man sich zur 
Herstellung dieser Waaren noch immer des Hand- oder Perrotinen 
drucks bedient. Die übrige Kattunfabrikation ist in der Schweiz nur 
schwach vertreten und schien der Walzendruck noch keinen nennens- 
werthen Eingang dort gefunden zu haben. 
Die Wattenfabrikation ist nicht unbedeutend und liefert einen 
ansehnlichen Exportartikel, namentlich in Rollen ohne Ende. Ebenso 
wird viel gebleichte und gefärbte cardirte Baumwolle zum Einpacken 
von Bijouterie- und Quincailleriewaaren versandt. 
Italien. Die Vertretung der Baumwollindustrie Italiens auf der 
Wiener Weltausstellung war allerdings nur eine schwache, doch Hess 
sie erkennen, dass sich dieser Gewerbszweig dort auf der Bahn des Fort 
schrittes befindet. Besonders erfreulich ist dieser Aufschwung, da er 
kein künstlicher, unter dem Schutze hoher Zölle hervorgerufener ist, son 
dern einer gesunden Entwickelung der Industrie sein Entstehen ver 
dankt. 
Die Zahl der Spindeln wird auf 500 000 angegeben. Der Hauptsitz 
der,. italienischen Baumwollindustrie ist in der Lombardei, wo grosse 
Wasserkräfte als Motoren zu Gebote stehen; es giebt jedoch auch in 
der Provinz Salerno eine sehr bedeutende Spinnerei und Druckerei, welche 
aber nichts zur Ausstellung gebracht und keinen Vergleich ihrer Lei 
stungen mit denen anderer Aussteller ermöglichte. Dagegen hatten die 
Spinnereien und Webereien von Cantoni botonificio, Ferrario De 
Mieheli in Manzoli, Poma fratelli in Biella, 0. Schlaepper 
Beuner in Salerno Garne, Strickgarne, Nähzwirne, Glanzgarne, Ge 
webe aller Art, sowohl glatte, gemusterte als buntfarbige (letztere auf 
Maschinenstühlen gearbeitet) und bedruckte Kattune ausgestellt, welche 
bewiesen, dass diese Fabriken mit guten maschinellen Einrichtungen 
vollständig ausgestattet sind und sich auf der Höhe der Zeit befinden. 
Die Gespinnste sind zum Theil aus inländischer Baumwolle von Castel- 
lamare und Terranova (Sicilien) gefertigt und in mittleren Stärken bis 
zu Nr. 30 von gutem Aussehen und mässigen Preisen. Auch andere 
hier nicht namentlich aufgeführten Häuser hatten befriedigende Fabri 
kate vorgelegt, unter welchen besonders die baumwollenen Sammete und 
türkischrothgefärbten Garne hervorgehoben zu werden verdienen.
	        
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