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530 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.
Flachs- und Werggarnen, von groben bis zu den feinsten Nummern,
nach Wien gesandt und die günstigste Beurtheilung gefunden. Es sind
besonders die Flachsgarne, roh und gebleicht, der So eiet e gantoise und
die Werggarne der Societe de la Lys hervorzuheben. Eine Anzahl
weiterer Spinnereien Belgiens reihen sich den beiden grössten würdig an.
Frankreich, hat schöne Flachsgarne von J. Casse & Co. in Lille,
vorzügliche Hanfgarne von Max Richard & L. Cail ault in Angersund
Proben wundervoller Handgespinnste für Batiste bis auf Nr. 700 gesandt.
Russland war durch Hille & Ditrich in Girardow, durch
Wladimir Gribanoff und Gebrüder Djakonoff würdig vertreten
und schreitet in der Verarbeitung seines Flachsreichthums rüstig voran.
Nach amtlichen Berichten zählte man 1871 in Russland 18 Flachsspinnereien
mit 95 000 Spindeln, 9340 Arbeitern und einer Jahresproduction
von 6 045 000 Rubeln.
Das deutsche Reich hatte schöne Garne gesandt, namentlich
die beiden Bielefelder Flachsspinnereien haben erhebliche Fortschritte
gemacht, auch die Spinnereien von Schöller, Mewissen
& ßücklers in Düren, Gebr. Alberti in Waldenburg und Andere
bewährten ihren guten Ruf. Besondere Beachtung verdienen die
Spinnereien von Urach und Weingarten in Württemberg und diejenige
von Drossbach in Bäumenheim (Bayern) als Lohnspinnereien.
Es ist eine bemerkenswertbe Erscheinung, dass die schwäbische
Hausfrau sich die Selbstfahrikation ihrer Leinwand nicht ganz
will entziehen lassen, und dass jetzt in Württemberg und Bayern
nahezu 20 000 mechanische Flachsspindeln für die Frauen im Lohne
arbeiten, welche keine Handspinnereien mehr finden, um ihren eigenen
Flachs zu verspinnen.
Die Spindelzahl der Flachs,- Hanf,- Werg- undJutespinnereien
in Deutschland vertheilt sich auf die einzelnen Länder wie
folgt.
Prenssen 207 950 Spindeln (davon 43 096 im Bielefelder Bezirk),
Sachsen 43 078
Bayern 24 462 „
Württemberg 13 498 „
Baden 4 250 „
Oldenburg 1 700 „
Braunschweig 7 800 „
Bremen 1 250 „
Summa 303 988 Spindeln.