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Full text : Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

532  Gruppe  V.  Textil-  und  Bekleidungs-Industrie.
zwar  bei  einem  Ansätze  von  6  ti.  pr.  Metze  Leinsamen  und  4  fl.  pr.
Metze  Hanfsamen  zusammen  1  988  000  fl.  Im  Ganzen  zeigt  sich  eine
jährliche  Production  an  Gespinnststoffen  von  1  309  632  Ctr.,  wovon
950  251  Ctr.  auf  Flachs  und  359  381  Ctr.  auf  Hanf  entfallen,  ferner
von  1  035  157  Ctr.  Leinsamen  und  672  111  Ctr.  Hanfsamen.  Daraus
ergiebt  sich  eine  durchschnittliche  Production  pr.  Joch  von  4'79  Ctr.
Flachs,  5'3  Ctr.  Hanf,  5'2  Metzen  Leinsamen  und  9'8  Metzen  Hanfsamen, ­
  was,  den  Centner  gebrechelten  Flachses  mit  22  fl.,  den  Centner  gebrechelten
  Hanfes  mit  20  fl.,  den  Metzen  Leinsamen  mit  6  fl.,  den  Metzen
Hanfsamen  mit  5  fl.  angenommen,  einen  Gesammtwerth  von  37'6  Millionen ­
  ergiebt.  Die  Fiachsgarnindustrie  beschäftigte  im  Jahre  1862:
150000,  1864:  250000,  1866:  326000,  1870:  circa  400  000  Spindeln,
wogegen  seit  1870  ein  Zuwachs  in  der  Spindelzahl  nicht  eingetreten
ist.  Von  diesen  Spindeln  entfallen  auf  Oesterreich  10  000,  auf  Böhmen
229  834,  auf  Mähren  55  563,  auf  Schlesien  64  822,  auf  Galizien  3120
und  auf  Ungarn  2816.  Die  Ausfuhr  an  Flachs  und  Hanf  betrug  im
Jahre  1862  über  2,  1870  nur  G/s.  1871  und  1872  wieder  zweiMillionen
  Gulden,  dagegen  befindet  sich  die  Einfuhr  in  fortwährendem
Steigen  und  zwar  stieg  sie  in  den  Jahren  1870  bis  1872  von  10'9
auf  12  Millionen  Gulden.
Italien,  Schweden  und  Spanien  hatten  gleichfalls  Garne  gesandt,
und  die  prächtigen  Sortimente  von  bearbeitetem  Hanfe,  welche  Italien
lieferte,  berechtigen  zu  der  Hoffnung,  dass  dieses  Land  die  Verarbeitung ­
  seines  werthvollen  Rohstoffes  mehr  und  mehr  selbst  übernehmen
werde.
Das  Verlangen  nach  Abkürzung  des  langen  Bleichprocesses  der
Leinwand  hat  in  den  letzten  zehn  Jahren  die  Verwendung  halb-  oder  ganzgebleichter ­
  Garne  sehr  in  Aufnahme  gebracht.  Es  zeichnen  sich  in  der
Garnbleiche,  welche  erhebliche  Vervollkommnungen  erfahren  hat,  besonders ­
  aus:  die  So  eiet  e  liniere  gantoise  in  Gent,  deren  gebleichte
Garne  tadellos  sind,  die  B  i  e  1  e  f  e  1  d  e  r  Spinnereien,  welche  grosse  Fortschritte ­
  gemacht  haben,  Schöller,  Mevissen  &  Bückler  in  Düren
und  Andere.  Aus  Belgien  hatte  auch  die  Lohngarnbleicherei  von
Gebr.  Vandewynckele  in  Gent  ausgestellt,  deren  Betrieb  ein  sehr
grossartiger  ist.  Die  guten  Leistungen  dieser  Firmen  verdienen  um  so
mehr  hervorgehoben  zu  werden,  als  für  die  weitere  Entwickelung  der
Leinenindustrie  gute  Garnbleichen  immer  wichtiger  werden.
Wenden  wir  uns  zur  Betrachtung  der  ausgestellten  Zwirne,  so
steht  England  in  erster  Linie.  Die  Namen  der  Aussteller  Ainsworth
und  Marshall  sind  weltbekannt.  Diese  beiden  Fabrikanten  hatten
Zwirne  geliefert,  die  an  Güte  und  Schönheit  des  Fadens,  in  Bleiche,
Farbe  und  Appretur  nichts  zu  wünschen  übrig  lassen.  W.  Barbour
            
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