Sectiorf III. Leinenwaaren. Leinengewebe. 535
Frankreichs grosse mechanische Webereien waren wenig vertre
ten, die Ausstellung von J. Gasse & fils wird weiter unten zu be
sprechen sein.
Spanien, Portugal, Norwegen hatten mechanisch gewebte Lei
nenwaaren gesandt, die erwähnt zu werden verdienen.
Oesterreich hat verschiedene Webereien von Segeltüchern, bessere
Qualitäten von Leinwand scheinen wegen der Billigkeit der Handweb
löhne noch wenig mechanisch gewebt zu werden; dagegen ist Oestei
reich in der mechanischen Weberei von Tischzeug sehr vorangeschut-
ten- die mechanischen Webereien von Regenhart & Raymann und
A. Küfferle & Co. in Freiwaldau sowie die von Ed. Oberleithner s
Söhne in Schönberg verdienen alles Lob.
In der wichtigen Fabrikation von Segeltüchern, bei der es auf
vorzügliche Wahl des Rohmaterials und Regelmässigkeit des Gewebe
Inkommt, sind vor allen Joubert Bonnaire & Om in Ange^mit
vortrefflichen Waaren zu erwähnen. Nächst ihnen liefern W.
In Belgien und A. Baron v. Stieglitz in Russland Ausgezeich
netes In Oesterreich sind J. Gromann & Sohn in Sternberg Mah
le! hervorzuheben, während sich von deutschen Fabrikanten E. Bo-
dewi& Co. in Mülheim am Rhein ebenbürtig anreihen.
Einen hohen Rang nimmt die Bildweberei Oesterreichs ein und
ist dieselbe in der Ausstellung vortrefflich vertreten gewesen. Sie
zeigt sowohl billige Artikel als die schönsten Leistungen der Jacquard
weberei und wurden die Fabrikate der genannten drei^Firmen Obei-
leithner’s Söhne, Regenhart & Ray mann und Kufferle & ^ ^
die besten anerkannt. Der Pavillon Oberleithner, welcher die Flachs
industrie in allen ihren Phasen auf die geschmackvollste Weise zur A
sckauuug brachte, war einer der interessantesten Theile der Ausstellung,
das in seiner Nähe ausgestellte Tafeltuch vonRege nhart&Raymann,
auf dem das Kaulbach’sche Bild „dasHeidenröschen unter ^ndung
von 45 000Dessinkarten eingewebt war, machte den techmsc en
richtungen der Aussteller alle Ehre; den künstlerischen Werth dieser
und ähnlicher Leistungen werden wir noch zu beurtheilen haben.
Küfferle & Co. hatten neben einem Tafeltucb für den Kaiser Franz
Joseph von ungewöhnlicher Breite eine Sammlung von weissen Ge
bilden und Damasten ausgestellt, welche musterhaft genannt zu wer
den verdienen und zu dem Besten zu rechnen sind, was die Ausstellung
in diesem Fache bot. Die Thee- und Kafieetücher der drei genannten
Firmen und des Hauses J oh. Wurst & Söhne in Freudenthal waren be
sonders geschmackvoll, desgleichen ihre bunten halbseidenen Tu.
Die Heranziehung bedeutender Künstler zum Entwurf der Dessins
tritt in der österreichischen Ausstellung häufig auf das Angenehmste
hervor und hebt die Bildweberei auf eine höhere Stufe.