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Full text : Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

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Section  III.  Leinemvaaren.  Die  Jute-Industrie.
rohen  Jute  bis  zu  den  Feingespinnsten,  sowie  eine  reiche  Auswahl  der
verschiedensten  Jutestoffe  gesandt  hatte,  zu  erwähnen;  neben  ihr  die
rheinische  Jute  Spinner  ei  und  Weberei  in  Cöln.

Aus  verschiedenen  Colonien  Englands,  der  Niederlande  und  aus
Algier  war  eine  Anzahl  neuer  Faserstoffe  gesandt  worden,  über  deren
industriellen  Werth  noch  kein  sicheres  Urtheil  gefällt  werden  kann,
die  aber  mit  grossem  Danke  gegen  die  Einsender  erwähnt  zu  werden
verdienen.  Dr.  Cooke  vom  indischen  Museum  in  London  hat  werthvolle ­
  Sammlungen  neuer  Faserstoffe  geliefert,  verschiedene  indische
Comites  und  indische  Fürsten  hatten  interessante  Einsendungen  gemacht.
Herr  Cornelius  Thorne  in  London  hatte  Phormium  tenax  geliefert,
in  dessen  Verarbeitung  er  mit  Hilfe  schottischer  Spinner  grosse  Verbesserungen ­
  zu  Wege  gebracht  hat,  auf  welche  wir  besonders  hinweisen,
weil  sie  der  Anfang  wichtiger  Fortschritte  sein  können.  Aus  Algier
sind  von  Baron  Jean  de  Bray  Ramiemuster  gesandt,  die  Beachtung
verdienen,  umsomehr  als  in  Algier  schon  grössere  Flächen  mit  Ramie
angepflanzt  sein  sollen.
Von  Fabrikaten  aus  anderen  Pflanzenfaserstoffen  sind  zu  erwähnen:
Aus  Algier  waren  ausgezeichnete  Sammlungen  von  sogenanntem  vegetabilischen ­
  Rosshaar  (crin  vegetal)  in  der  Ausstellung,  wovon  die  FirmenAglave,
  Arles  Dufoul&Co.,  Averseug  undGriraud  freres
für  Millionen  fabriciren.  Dieser  wichtige  Handelsartikel  wird  aus  einer
früher  fast  lästigen  Pflanze,  der  Zwergpalme  (palmier  nain),  gewonnen
und  ähnliche  Producte  aus  Alfa.  Für  die  Nutzbarmachung  dieser  beiden
Pflanzen  hat  sich  Ingenieur  Jus  in  Batna  grosse  Verdienste  erworben
und  jetzt  verarbeitet  das  Haus  Averseug  in  Algier  allein  7  000  000  Kg
von  palmier  nain.  Schöne  Sammlungen  vou  Matten,  Treppenläufern
und  allerlei  kleinen  nützlichen  Artikeln  hatten  Andre  Gourdonnier
aus  Fontaine  (Frankreich),  dann  deutsche  Häuser:  A.  Bork  in  Stettin,
zwei  Firmen  aus  Rüttelsheim  .und  verschiedene  andere  Fabrikanten
gesandt.  Spanien  hatte  prächtige  Mattensammlungen,  auch  Belgien
schöne  derartige  Fabrikate  geliefert.
Ebenso  wie  die  heute  so  grossartige  Anwendung  der  Jute  hauptsächlich ­
  von  der  ersten  Ausstellung  in  London  datirt,  dürften  auch  in
Wien  manche  jetzt  noch  unwesentlich  scheinende  Rohproducte  gewesen
sein,  denen  eine  bedeutende  Zukunft  bevorsteht.
            
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