Section III. Leinenwaaren. I. Garnnumerirung. 555
3. Wenn dies nicht ausführbar ist, könnte doch für einige Ge-
spinnste ein gemeinsames Numerirungssystem aufgestellt werden,
oder empfiehlt es sich, für jedes derselben ein eigenes System aufzu
stellen ?
4. Welches Numerirungssystem ist, resp. welche Numerirungs
systeme sind aufzustellen?
5. Welche Schwierigkeiten stellen sieh der Einführung der beabsich
tigten Neuerung in den einzelnen Gespinnstgattungen entgegen und
durch welche Maassnahmen wäl'en dieselben zu beseitigen?
6. Welche Mittel sind anzuwenden, um das als wünschenswerth
Erkannte durchzuführen ?
Das Vorbereitungscomite hat sich mit der Beantwortung dieser
Fragen beschäftigt und dem Congress einzelne, auf dieselben bezügliche
Anträge unterbreitet, die es in einem sehr dankenswerthen und sorg
fältig ausgearbeiteten Expose näher motivirt hat. Diese Anträge lau
ten : Der Congress wolle aussprechen resp. beschliessen:
1. Die gegenwärtig bestehenden Garnnmnerirungssysteme erschwe
ren und belästigen den Verkehr. In Anbetracht, dass Garne heute
ein Artikel des internationalen Verkehrs geworden sind und dieser
sich mit jedem neuen Schienenstrange, jeder neuen Telegraphenleitung,
jeder Weltausstellung vervollkommnet, ist es in hohem Grade wün
schenswerth, die Beseitigung des bemerkten Hemmnisses mit aller
Kraft anzustreben. Gerade aber die Gegenwart erscheint hierfür an
gezeigt, weil in ihr das sich bereits über eine Reihe von Staaten er
streckende Geltungsgebiet, des metrischen Maass- und Gewichtssystems
um ein neues 40 Millionen Bewohner zählendes Productionsgebiet ver-
grössert wurde.
2. Es erscheint bei richtiger, der Natur der Spinnstoffe entspre
chend getroffener Wahl der Maass- und Gewichtseinheiten, möglich,
sämmtliche Spinnstoffe nach demselben Principe zu numeriren.
3. Als dieses einheitliche Numerirungsprincip empfiehlt sich
folgendes:
Die Nummer wird durch die Anzahl von Metern gegeben, welche
auf Ein Gramm, Deka-, Hecto- oder Kilogramm gehen.
In Anbetracht, dass die Verkehrseinheiten der Garne vom Numeri-
rungsprincipe unabhängig und bei Aufstellung derselben technische
Momente zg berücksichtigen sind, werden die verschiedenen Garne wie
bisher theils nach Länge, theils nach Gewicht in den Verkehr gebracht.
4. In Bezug auf die Weifenlänge empfehlen sich
a. für Leinengarne und Jutegarne 2V2 m,
b. für Kamm-, Streich-, Seiden- und Baumwollgarne l 1 /* m.
5. Die durch eine neue Numerirung bedingten Veränderungen
an den mechanischen Vorrichtungen sind höchst unbedeutend. Sie
bestehen in der Beschaffung neuer Sortirwagen, einer neuen Weife (Has-