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Full text: Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

584 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs- Industrie. 
47 Fabrikanten repräsentirt, welche sich zu einer Collectivausstellung 
verbanden. Sie lieferte die leichten Seidenstoffe aller Art, Seidenbeutel 
gaze, 4utterzeuge, Marceline, Serge, sowie Taffetas, Grisaille, Glace, 
Ray es, Lustrines, bis zu den schwereren Stoffen Faille und Poult de soie, 
Besatzartikel von Seide und Halbseide, sowie Satin und Turquoise. 
Wir erwähnen besonders die Leistungen der Häuser Baumann älter 
&Co., der Mechanischen Seidenstoffweberei in Adlisweil, Noz & 
Digge 1 mann in Zürich, J. Schwarzenbach-Landisin Thalweil, Joh. 
Stapfer & Söhne in Horgen und Reiff-Huber in Enge, Zürich. Zü 
richs Industrie beschäftigt 27 000 Webstühle, von denen 1150 Maschi 
nenwebstühle sind. Dieselbe erstreckt sich an den Ufern des Züricher 
Sees entlang und in die benachbarten Cantone. Es sind vorzugsweise 
die leichteren Seidenwaaren, welche durch ihre Billigkeit sich aus 
zeichnen, in welchen die Schweizer Industrie fast unerreicht bleibt, und 
es ist anzuerkennen, wie sehr auch der Schweizer Fabrikant bemüht 
ist, eine regelmässige und bessere Waare herzustellen, wie früher. In 
dieser Beziehung weist die Ausstellung erhebliche Fortschritte gegen 
1867 nach. 
Die Collectivausstellung der Seidenbandfabrikanten von Basel 
brachte die verschiedensten Gattungen dieser bedeutenden Industrie in 
uni und fagonne. 
Es betheiligten sich dabei die bewährtesten Firmen: Bischoff 
Gebrüder, Bischoff & Söhne, Sarasin & Co., J. J. Linder, Ho- 
randt & Müller, von der Mühll Bürgy & Co., Trüdinger & Co. 
und mehrere Andere, wobei zu bemerken, dass Einzelne derselben für 
ihre in Süddeutschland gelegenen Etablissements auch unter den deut 
schen Ausstellern schon figurirten. 
Die rühmlichst bekannte Schweizer Seidenfärberei war durch 
J. Zeller in farbigen und schwarzen Seiden, sowie durch Schwarzen 
bach & Weidmann in Thalweil gebührend vertreten; die bedeutenden 
Baseler Färber hatten nicht ausgestellt. 
Oesterreich. Oesterreichs Industrie, welche zu dein Wettkampfe 
der Völker eingeladen hatte, war berechtigter Weise von allen Seiden 
industrien im Verhältniss zu der Bedeutung derselben am stärksten 
vertreten. Seine alte Seidenfabrikation, die sich auf die Zeit Joseph’s I. 
zurückführen lässt, liefert vorzugsweise Seidenstoffe für den Verbrauch 
in den eigenen Ländern der Monarchie und für den Orient. Die Haupt 
stadt Wien, auch der Hauptsitz der österreichischen Seidenindustrie, 
fabricirt alle Artikel in Seidenwaaren fast ohne irgend welche Aus 
nahme, und fast unglaublich muss es erscheinen, dass dieselben in der 
Vollendung, wie solche hier zur Ausstellung gelangten, keinen wesent 
lichen Exportartikel des Kaiserstaates ausmachen.
	        
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