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Full text: Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

Section IV. b. Seidenwaaren. 587 
und der Schweiz auf dem englischen Markte zu erhalten sucht, fehlte 
gänzlich. 
Russland. Die Seidenfabrikanten Russlands lieferten dagegen 
ein recht interessantes Bild ihrer allerdings nur durch den Schutzzoll 
lebensfähigen Industrie. 
Ausser den bekannten Goldbrocaten nach französischen Mustern 
der Häuser: Saposhnikoff, Sitoff, Mozjoukhim hatten andere wie 
Schelajeff, Braschnin, Kouprianoff diesmal Taffetas, Satins, 
Faille und Armure ausgestellt, welche besonders bei den Waaren von 
Schelaieff sehr bemerkenswerthe Fortschritte zeigten. 
Die von Moskauer Häusern gelieferten Stoffe von kaukasischer 
Seide, deren Verwendung die russische Regierung sehr unterstützt, 
empfehlen sich weder durch Eleganz noch Weichheit des Gewebes. 
Portugal. Portugal hatte 6 Aussteller in Seidenwaaren, deren 
Faille-, Armure-, Cravatten- und Möbelstoffe und Satins wir erwähnen 
dürfen. 
Die Herstellung derselben nach französischem Vorbilde zeugt von 
einem guten aber kleinen Fabrikbetrieb. Wir nennen in erster Linie 
die Waaren von Cordeiro und Irmao in Lissabon, sowie auch dieje 
nigen des Hauses Ramires & Ramires ebendaselbst. 
Spanien. Spaniens Ausstellung bot für die Jury leider ein Bild 
der ärgsten Verwirrung, so dass wir von einer Besprechung der aus 
gestellten Seidenwaaren absehen müssen. 
Schweden. Grosse Anerkennung fanden die ausgestellten Seiden 
waaren des Hauses K. A. Almgren in Stockholm,, eine um so über 
raschendere Erscheinung, als Schweden kaum als ein günstiger Boden 
für die Seidenindustrie angesehen werden darf. 
Türkei. Die Türkei zeigte uns, wie auf früheren Ausstellungen, 
ihre leichten gestreiften Stoffe, auch brochirt zum Theil auf baumwol 
lenem Grund mit Gold und Seide, in dem buntesten Durcheinander. 
Die Seiden- und Gazefabrikate von Aleppo, Brussa, Diarbeckir, Bagdad, 
Damaskus sind Fabrikate der kleinen Hausindustrie der Türkei. 
Die türkische Regierung lieferte ihre Producte der kaiserlichen 
Fabrik von Hereke, reiche fagonnirte Gewebe nach französischen Mu 
stern. Jenes Etablissement soll auf die Entwickelung der Seidenfabri 
kation in technischer Beziehung in dem Lande einen guten Einfluss 
ausgeübt haben. 
Die ausgestellten Stoffe Griechenlands, Aegyptens, Indiensund 
Persiens zeigten uns dieselben Fabrikate wie die Türkei in noch unent 
wickelterer Weise. Manche der von jenen Ländern ausgestellten bes-
	        
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