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Full text: Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs- Industrie. 
schanderl&Chwalla anscliliesst, während Stefsky, J.Scherermid 
Gebr. Gutruf mehr Artikel für den grösseren Consum arbeiten. Erwäh- 
nenswerth sind ferner Seeli-g & Steglieh, J. Anton und Schmidt’s 
Söhne. Anton Egerer, Eduard Meinhardt und A. Feiler hatten 
Stick- und Confectionschenille, einen bedeutenden Exportartikel Oester 
reichs, ausgestellt, während die Bänder von Hille & Hampel, F. 
E. Paul Söhne und Anderen zu bemerken sind. Gallons und Litzen 
für Hüte, Herren- und Damenconfection hatten Joh. Schwartz& 
Sohn, J. Bitter, J.Patsch und W.Pischeck in Wien in geschmack 
voller Weise ausgestellt. Posamentierwaaren in Metallgespinnsten waren 
durch Franz Thill’s Neffe, M. L. Leschhorn und J. Saue zeck in 
Wien anerkennenswerth vertreten. Die ersteren arbeiten ausschlieslich 
für die Armee und verdienen sowohl der Vergoldung wie der Technik 
wegen alles Lob; Letzterer liefert Vortreffliches für kirchliche Zwecke. 
Die übrigen Länder Europas hatten in der Posamentierwaaren- 
branche nur unbedeutend ausgestellt und scheinen derselben keine grös 
sere Thätigkeit zu widmen; dagegen begegnen wir in den aussereuro- 
päischen Staaten manchen interessanten Produkten, welche, Erzeugnisse 
der Hausindustrie, gewiss in alter Tradition fortgearbeitet unseren 
Fabrikanten nachahmungswerthe Ideen darbieten. Grossartig waren 
die Goldposamenterien Aegyptens; bemerkenswert]! Japans Seiden 
geflechte und Netzarbeiten, vor Allem die dortigen mit Goldpapier-Lahn 
übersponnenen Fäden, welche von den europäischen Fabrikaten dieser 
Art durchaus nicht in Schönheit und Solidität erreicht werden. Das 
Bekanntwerden und die Einführung dieser Technik in unsere Industrie 
wäre sehr erfreulich. Die Türkei hatte interessante Posamentierarbeiten 
aus verschiedenen Theilen des Landes ausgestellt. 
Die Spitzen. 
Von den Gegenständen des weiblichen Schmuckes stehen unter den 
Producten der Textilindustrie obenan die Spitzen. Dieselben bilden 
durch ihr zartes, durchsichtiges Gewebe, in dem sich das Muster nur 
durch dichter^ Zusammenstellung der Fäden, in der Regel ohne andere 
Färbung abhebt, eine ebenso eigenthümliche wie kleidsame und durch 
die Kunsfertigkeit der Herstellung kostbare Tracht, die zu den ver 
schiedensten Zwecken Anwendung findet. Die Spitze ist im Vergleich 
zu den anderen Erzeugnissen der textilen Stoffe jungen Ursprungs. 
Das Alterthum kannte sie nicht oder nur in ihren ersten Anfängen, 
erst in späterer Zeit tritt sie und wohl zuerst im Orient auf. Von 
dort verbreitet sich ihre .Kenntniss wahrscheinlich durch die Sarazenen
	        
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