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Full text : Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

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Gruppe  V.  Textil-  und  Bekleidungs-Industrie.
netfabrikation  in  Calais  und  Umgegend  gelegt  wurde.  Wahrend  diese
Industrie  in  Deutschland  noch  nicht  festen  Fuss  fassen  konnte  wurde
in  Oesterreich  durch  Damhöck’s  Verdienst  der  Stuhl  und  die  Bobbmetfabrikation
  eingeführt  und  wesentlich  verbessert,  um  schone  Resultate
zu  erzeugen.  .  .  ,  ,  .
Das  Entstehen  und  die  Ausbildung  der  Maschinenspitzenindustrie
bereitete  der  Handspitze  eine  schwere  Concurrenz.  Der  gewaltige
Preisunterschied,  der  zwischen  den  Fabrikaten  jener  und  dieser  entstand,
schien  das  Unterliegen  letzterer  unausbleiblich  .zu  machen.  Indessen
hat  nach  ansehnlichen,  noch  nicht  abgeschlossenen  Kämpfen  sich  das
richtige  Verhältniss  zwischen  beiden  Fabrikationsweisen  heraus  zu
bilden  begonnen.  Während  anfangs  die  Handspitzenfabrikanten  durch
zu  Hilfenahme  billigeren  Materials,  durch  Sparen  an  den  Mustern  und
Arbeitskosten  der  Concurrenz  der  Maschinenspitzen  zu  begegnen  suchten,
aber  trotzdem  den  Kürzeren  zogen,  haben  sie  jetzt  diesen  Wettstreit
mit  einem  übermächtigen  Herstellungsmedium  aufgegeben  und  sich
Qualitäten  und  Artikeln  zugewandt,  bei  denen  dasselbe  mit  ihnen  nie
kämpfen  kann.  Durch  Wahl  der  besten  Materialien,  Ausführung  der
kunstvollsten  Muster  und  umfangreichsten  Gegenstände  sucht  sich  die
Handspitze  ein  ihr  eigenthümliches,  der  Maschine  unzugängliches
Gebiet  zu  erobern  und  hat  die  glänzendsten  Resultate  erzielt.  Ein
Blick  auf  die  belgischen,  englischen  und  französischen  Handspitzen  au
der  Ausstellung  zeigte  wie  glücklich  dieser  Weg  ist;  seine  Beschreitung
oder  intensivere  Verfolgung  ist  unserer  deutschen  Spitzenindustrie  zu
wünschen.
Beginnen  wir  bei  der  Betrachtung  der  Spitzenindustrie  auf  der
Ausstellung  mit  dem  Lande,  welches  die  kostbarsten  und  reichsten
Erzeugnisse  eingesandt  hatte,  mit  Belgien.  Die  belgische  Spitzenausstellung, ­
  an  der  sich  die  ersten  Firmen  mit  ihren  vorzüglichsten  F  abnkaten
  betheiligt  hatten,  zeichnete  sich  auch  durch  einen  günstigen
Platz  und  vortreffliches  Arrangement  aus.  Die  Zahl  der  Artikel  war
eine  ausserordentlich  reichhaltige.  Man  sah:  Brüsseler  Spitzen,  \alenciennes,
  Point-Gaze-Spitzen,  Point-Duchesse;  ausserdem  Point-de-Pans-Spitzen,
  eine  erst  seit  wenigen  Jahren  neu  eingelührte  Spitzengattung,
die  in  den  prachtvollsten  Mustern  fabricirt  wird;  ferner  Medicis-Spitzen,
die  bis  zu  150  Thlr.  per  m  angefertigt  werden.  Vor  allen  glanzend
war  die  Ausstellung  von  Ver  de-Delisle  &  Co.  in  Brüssel.  Meisterwerke ­
  hatten  ferner  V.  Joly  &  F.  Bambust,  Duhayon-Brunfaut  &
Co.,  Buchholt  z  &  Co.  in  Brüssel  ausgestellt.  Durch  Anfertigung  hochfeiner, ­
  in  den  prachtvollsten  Mustern  ausgeführter  Spitzeugegenstäude
hat  sich  die  belgische  Industrie  vor  jeder  nachtheiligen  Concurrenz  der
Maschinenspitzen  zu  bewahren  gewusst;  durch  technische  Ausbildung
der  Arbeiter  in  Spitzenschulen  wissen  sich  die  Fabrikanten  geeignete
            
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