600 Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.
die Zahl der Klöppelschüler in diesem Zeitraum von 1541 auf 1999,
» » » Nähschüler „ „ „ „ 265 „ IGs’
„ „ „ Lehrerinnen „ „ „ „ 33 „ 39
gestiegen ist.
Die Gesammtverdienste haben sich von:
8 997 Thlr. 22 Gr. 4 Pf. im Jahre 1862 auf
22091 * 5 „ 1 „ „ „ 1872
gehoben.
Italien, dessen Spitzenmanufactur in früheren Jahrhunderten sehr
bedeutend war und welches von Venedig und Genua die kostbarsten
Erzeugnisse in den Handel brachte, beschäftigt sich gegenwärtig nur
noch in der Hausindustrie mit der Spitzenarbeit. Indessen fertigen
die Frauen, wie die ausgestellten Proben zeigten, noch sehr schöne
Spitzen in der alt italienischen Manier. Es findet dort die Spitze viel
fach Verwendung zur Verzierung kirchlicher Gegenstände und werden
diese Stoffe grösstentheils in Klöstern angefertigt.
Aehnlich ist das Verhältniss in Spanien und Portugal, wo gleich
falls keine eigentliche Spitzenindustrie besteht, sondern eine ausgebrei
tete Hausindustrie sich mit der Herstellung dieser Artikel beschäftigt,
Die schwedische Hausindustrie liefert sehr interessante Spitzen
aus Dalekarlien, welche seit Jahrhunderten in gleicher Weise von den
Frauen meistens zum eigenen Gebrauche angefertigt werden; auch die
Russen stellen durch häusliche Nebenarbeit höchst bemerkenswerthe
Erzeugnisse dar.
Unter den orientalischen Spitzen, welche dem europäischen
Markte fremd geblieben sind, zeichnen sich die syrischen durch
eigenthümliche Form und Technik aus. Dieselben sind, der orienta
lischen Geschmacksrichtung entsprechend, meistens farbig, häufig
prächtig in Gold ausgeführt. Bei aller Feinheit sind sie dichter als
die meisten europäischen Spitzen und bilden einen Uehergang vom
Gewebe zur durchbrochenen Spitze.
Die Stickereien.
Die Stickereien unterscheiden sich von den gewebten Stoffen da
durch, dass bei diesen das Muster und der Grund, von dem sich dasselbe
abhebt, zu gleicher Zeit durch die Operation des Webens hergestellt