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Full text: Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

Section I. Schafwollwaaren. 
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daher in manchen Branchen die Handarbeit ausschliesslich, in manchen 
neben dem mechanischen Stuhle erhalten, während andere vollständig 
zu letzteren übergegangen sind. Vornehmlich in den letzten Jahren 
hat die mechanische Weberei eine bedeutende Ausdehnung erfahren, 
welche zum Theil weniger auf die Vortheile derselben in der Leistungs 
fähigkeit, als auf die ungünstigen socialen Verhältnisse zurückzufuhren 
ist, die den Arbeitslohn in ungemessener Weise gehoben und die Be 
schaffung genügender, geeigneter Arbeitskräfte häufig zur vollständigen 
Unmöglichkeit gemacht haben. 
Eine höchst bemerkenswerte Erscheinung, welche aut die Woll- 
waarenfabrikation von bedeutendstem Einflüsse ist, bildet die 'Verände 
rung, die sich im Bezüge und der Verwendung des Rohmaterials, 
der Wolle, vollzogen hat. Während die europäische Industrie bis in 
die Mitte unseres Jahrhunderts ausschliesslich den heimischen Rohstoff 
benutzte, fingen um diese Zeit die aussereuropäischen Länder vor allen 
Australien, Süd-Afrika und -Amerika, an, die Producte ihrer Schafzucht 
Europa zuzuführen. Diese Wollen, welche erst in bescheidenem Maasse 
auf dem europäischen Markte erschienen, fanden zum Theil ihrer Gute, 
zum Theil ihrer Billigkeit wegen schnell Beliebtheit; ihre Einfuhr 
nahm grössere Dimensionen an und sie ist heute auf eine Hohe ge 
stiegen, welche sie einender bedeutendsten Factoren in der euro 
päischen Wollmanufactur bilden lässt. . 
Es betrug die durchschnittliche Jahreseinfuhr von Wolle in Mil 
lionen Pfunden in England aus; 
Periode 
Austra 
lien 
und 
Südsee 
Spanien 
Deutsch 
land 
Russ 
land 
Anderen 
Ländern 
Europas 
Total 
einfuhr 
Ganz 
Europa 
1801—1810 
1811—1820 
1821—1830 
1831—1840 
1841—1850 
1851—1860 
1861 — 1870 
o-i 
0-8 
5'6 
23-7 
49'4 
116-2 
5-7 
4-9 
4'5 
2-4 
0-6 
0-2 
0-4 
0-3 
3-6 
174 
24-3 
15'0 
9-8 
7'1 
0-3 
0-5 
3- 7 
4- 6 
6-4 
12-4 
1-2 
3;1 
i-6 ) 
5'6 
5*5 
14-4 
12-3 
7-5 
12-3 
25-1 
45-9 
63-7 
113-8 
213-5 
7-2 
11-9 
24- 0 
36-0 
25- 7 
30-8 
32-2 
Diese Tafel bedarf keiner Erläuterung. Sie beweist nur zu deut 
lich die Verdrängung der europäischen Wollen von dem Hauptmarkte 
der Welt, von England. Die europäische Einfuhr hat in den dreissiger 
Jahren ihren Höhepunkt erreicht, sinkt dann und ist in den letzten
	        
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