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Gruppe V. Textil- und Bekleidungs-Industrie.
rika, der ausserordentliche Dimensionen annimmt. Leider befindet sich
diese Industrie in Folge der in den letzten Jahren enorm gestiegenen
Arbeitslöhne in sehr misslicher Lage und ist nur schwer im Stande
mit den Fabrikanten kleinerer Städte concurriren zu können. Augenblicklich
schützt sie noch der bekannte Geschmack, den sie in der Composition
der Muster entwickelt; es ist jedoch leider zu fürchten, auch
diese Branche, wie so viele der Textilindustrie, aus Berlin verschwinden
zu sehen. Auf der Ausstellung war eine Anzahl bedeutender Fabrikanten
vertreten, unter denen David & Silber, Sussmann & Wiesenthal,
E. Hessel und Mundt & Pick durch geschmackvolle Waaren zu
erwähnen sind. Besondere Neuheiten bot jedoch auch diese Industrie,
wie so viele andere, nicht.
Nächst Berlin ist die sächsische und bayerische Shawlfabrikation
bemerkenswerth, welche hauptsächlich geringere Qualitäten liefert und
durch einige Firmen vertreten war. Die Industrie Elberfelds, welche
sehr Schönes producirt, war nicht auf der Ausstellung erschienen.
In Oesterreich liefert Wien geschmackvolle wollene Shawls, die
jedoch den Berliner Erzeugnissen an Güte nicht gleichkommen. Die
belgische Industrie war durch Janssens de Decker aus St. Nicolas
vertreten, welcher weder in Qualitäten noch Mustern Hervorragendes
leistete. Italiens Fabrikate aus Lodi konnten nicht sehr befriedigen;
hervorragender sind die Leistungen von Achille Maderna in Mailand.
Grösstes Interesse bot die spanische Shawlindustrie v « welche durch
Sert Hermanos in Barcelona vertreten war. Derselbe' hatte ausserordentlich
schöne Shawls ausgestellt, die sich durch Feinheit, Leichtigkeit
und Geschmack der Dessins auf das Yortheilhafteste auszeichneten.
Es ist hier noch der Fabrikation von Decken (Mantas) Erwähnung zu
thun, die dem Spanier zur Bekleidung, zum Schmuck und zum Tragen
seiner Utensilien unentbehrlich sind und in Valencia und Murcia in
den verschiedensten Qualitäten von einer grossen Anzahl von Fabrikanten
gefertigt werden. Für die nördlichen, hochgelegenen Gegenden
bestehen sie meistens aus Streichgarn, während in den südlichen Provinzen
ein in grellen Streifenmustern gewebter köperartiger Kammgarnstoff
beliebt ist, der zugleich für Portieren verwendet wird.
Die bedruckten Shawls endlich, welche meist im orientalischen
und Blumengeschmack einen bedeutenden Artikel bilden, hatte fast
allein Oesterreich zur Anschauung gebracht. Es hatten von dort eine
grosse Anzahl Firmen Thybettücher von 80 bis 170 cm Breite,
meist mit der Hand, nur zum Theil auf Maschinen bedruckt, ausgestellt.
Unter diesen zeichneten sich bei guter Qualität, durch selbstständige
modische Muster, feine Ausführung des Drucks und weiche Appretur
Johann Liebieg & Co. und Franz Liebieg in Ileichenberg,