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MAK

Full text : Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

Section  I.  Schafwollwaaren.  Plüsche  und  Möbelstoffe.  445
änderliche  Mode  ihre  Zuneigung  entzogen  hat,  in  ziemlich  ungünstiger
Lage,  und  sind  die  Fabrikanten,  denen  er  bisher  zur  ausschliesslichen
Beschäftigung  gedient,  genöthigt,  sich  anderen  Artikeln  zuzuwenden.
Die  Berliner  Industrie  erleidet  dadurch  eine  weitere  erhebliche  Schädigung. ­

Auf  der  Ausstellung  waren  Confeetionspliische  durch  die  bedeutendsten ­
  Berliner  Fabrikanten  vertreten.  Es  hatten  Weigert  &  Co.,
Herrn.  Kauffmann’s  Nachfolger,  David  &  Co.  und  Andere  Astrachans, ­
  Krimmer,  Biber,  Otter  und  verschiedene  Fantasieartikel  in
anerkannt  vortrefflicher  Weise  ausgestellt  und  erfreuten  sich  der  günstigsten ­
  Beurtheilung  der  Jury.  Wenn  auch  besondere  Neuheiten  nicht
vorhanden  waren,  was  der  ungünstigen  Lage  der  Branche  zuzuschreiben
ist,  so  zeigten  doch  die  Leistungen  die  hohe  Vollendung  und  oft  täuschende ­
  Naturähnlichkeit,  zu  der  es  diese  eigentümlichen  und  geschmackvollen ­
  Fabrikate  gebracht  haben.  Ausserdem  sind  noch  Gebr.  Koch
in  Lausigk  bei  Leipzig  zu  erwähnen,  welche  dieselben  Artikel  in
besten  Ausführungen  fabriciren.
Eine  lebhafte  Concurrenz  wird  der  Berliner  Industrie  von  England
gemacht,  In  dem  Yorkshiredistrict  beschäftigen  sich  eine  grosse  Anzahl
von  Firmen  mit  der  Fabrikation  der  nämlichen  Stoffe,  welche  dort,
sowohl  in  ganz  billigen  Qualitäten  —  diese  meist  in  Velvet-Manier
hergestellt  —  als  auch  in  feinen  Fantasieartikeln  angefertigt  werden.
Mit  Bedauern  muss  das  vollständige  Fehlen  dieser  Industrie  auf  der
Ausstellung  constatirt  werden.  Nur  Zossenheim  Brothers  in  Leeds
hatten,  wenn  auch  in  ganz  ungenügender  Weise,  durch  einige  Coupons
Plüsche  von  dem  Vorhandensein  dieser  bedeutenden  Branche  Kenntniss
gegeben.
Frankreich,  wo  Pariser  Häuser  in  plüschartigen  Nouveautestoffen
zu  sorties  de  bal  und  ähnlichen  Zwecken  immer  Schönes  fahricirt  hatten,
fehlte  gleichfalls  vollständig;  ebenso  Russland,  wo  wir  auf  der  letzten
Ausstellung  von  1867  den  Beginn  der  Fabrikation  von  Pelzimitationen
bemerken  konnten.
Mit  Interesse  mussten  in  Spanien  die  Versuche  der  strebsamen
Firma  Sert  Hermanos  in  Barcelona  in  der  Herstellung  der  im  Lande
beliebten  buntstreifigen  Astrachans  anerkannt  werden.
Von  Oesterreich  hatte  Franz  Honauer  in  Linz  ordinäreFelber
und  Krimmer,  welche  im  Lande  Absatz  finden,  ausgestellt.  Trotz  des
bedeutenden  Bedarfs  von  Oesterreich  und  Ungarn  in  diesem  Artikel,
der  von  Berlin  in  ansehnlichen  Quantitäten  importirt  wurde,  hat  die
heimische  Industrie  durchaus  keine  Fortschritte  darin  gemacht.
Die  Möbelstoffe  waren  in  grosser  Mannigfaltigkeit  und  reicher ­
  Auswahl  auf  der  Ausstellung  vertreten.  Sie  bilden  einen  be-
            
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