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Full text : Textil- und Bekleidungs-Industrie, Wiener Weltausstellung Heft 5

448  Gruppe  V.  Textil-  und  Bekleidungs-Industrie.
R.  Hösel  &  Co.  zeigten  gestreifte  Ripse  sowie  wollene  Damaste
in  gelungener  Ausführung,  Karl  Dürfeld  vortreffliche  einfarbige,
glatte  Stoffe  in  Satin,  Rips  und  Moreens;  Wilhelm  Vogel  glänzte
durch  eine  grosse  Mannigfaltigkeit  der  verschiedensten  Möbelstoffe,
die  in  jeder  Richtung  als  gelungen  anzuerkennen  waren.
Mit  Bedauern  wurden  die  bedeutenden  Möbelstofffabriken  von
Elberfeld  und  Barmen  vermisst.
A.  Glaser  in  Leipzig  hatte  Tischdecken  auf  Tuch  und  Rips  gedruckt
in  recht  gelungener  Ausführung  ausgestellt.  Die  Fabrikation  von
Gobelintischdecken  war  durch  zwei  Berliner  Industrielle  vertreten,
deren  Leistungen  jedoch  noch  in  keiner  Beziehung  Anspruch  auf  Vollendung ­
  machen  können.  So  anerkennenswerth  es  im  Allgemeinen  ist,
dass  dieser  Industriezweig  bei  uns  Einführung  gefunden  hat,  so  hätten
wir  doch  erwartet,  dass  eine  Stadt  wie  Berlin  bereits  bessere  Leistungen
darin  aufweisen  würde.  Wir  betrachten  diese  Branche  als  eine  für  die
an  geeigneten  Artikeln  so  arme  Textilindustrie  dieser  Stadt  sehr  geeignete ­
  und  wünschten,  dass  sie  sich  der  Herstellung  besserer  Qualitäten
und  edlerer  Dessins  befleissigte.
England  ist  in  der  Fabrikation  wollener  Nouveautestoffe  für
Möbel  nur  wenig  bedeutend,  hingegen  betreibt  es  die  von  glatten  einfarbigen ­
  Möbelstoffen  in  ansehnlichstem  Maasse.  Der  Hauptsitz  dieser
Industrie  ist  Halifax.  Die  einzigen  Aussteller  waren  J.  &  J.  S.  Templeton
  in  Glasgow,  deren  Fabrikate  jedoch  nicht  hervorragend  waren.
Die  Leistungen  der  übrigen  Länder  sind  nicht  erwähnenswert!].
Nur  von  Spanien  verdient  die  Ausstellung  von  Sert  Hermanos  in
Barcelona  durch  ihre  geschmackvollen  Möbel-  und  Vorhangstoffe  mit
brochirten  und  chinirten  Streifen  auch  hier  wieder  hervorgehoben  zu
werden.

Die  Teppichfabrikation.

Unter  allen  Branchen  der  Textilindustrie  war  die  Teppichfabrikation ­
  wohl  am  besten  und  vollständigsten  auf  der  Wiener  Weltausstellung ­
  vertreten.  Während  sich  in  anderen  Zweigen  dieses  Gebietes  eine
grosse  Ungleichheit  in  der  Betheiligung  zeigte  und  dadurch  das  beabsichtigte ­
  Bild  der  Weltfabrikation  vielfach  verzerrt  zu  Tage  trat,  dürfte
dasselbe,  was  die  Teppichindustrie  anbetrifft,  vielleicht  das  gelungenste
auf  der  ganzen  Ausstellung  zu  nennen  sein.  Diese  Erscheinung  ist
keine  zufällige,  sondern  sie  hängt  mit  dem  Stadium,  in  welches  das
Ausstellungswesen  heute  getreten  ist,  und  der  eigenthümlichen  Stellung,
            
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