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Gruppe Y. Textil- und Bekleidungs - Industrie.
gen nach deren Angabe die anf Stäbchen gewickelten verschiedenfar
bigen Einschlagsfäden mit der Kette, oder sie arbeiten die einfachen
traditionellen Muster ohne Vorbild nach eigener Phantasie. Bei diesem
Y erfahren, den Schuss nur an den betreffenden Stellen einzutragen,
tritt häufig die Nothwendigkeit ein, an den Grenzlinien der Farben
die Verbindung benachbarter Theile nachträglich durch Zusammennähen
herzustellen. Diese Arbeit wird nach Beendigung des Stoffes von Per
sonen besorgt, die aus solchem Zusammenweben oder Kunststeppen ihre
ausschliessliche Beschäftigung machen und in Indien und Persien eine
besondere Gilde (die Rufugur) bilden. Sie haben in dergleichen Arbei
ten, Stücke eines Shawls oder Teppichs durch Fäden desselben Stoffes
zusammenzufügen, eine solche Kunstfertigkeit, dass man die betreffenden
Stellen nur durch genaueste Prüfung auf der Rückseite entdecken kann.
Die geflochtenen Teppiche werden theils beidseitig rechts, theils
mit von der Rückseite, auf der die Fadenenden sichtbar sind, unter
schiedener rechter Seite in den mannigfachsten Qualitäten angefertigt,
von gewöhnlichen, unseren Laufteppichen entsprechenden Sorten an bis
zu den dichtesten feinsten, in unnachahmlicher Qualität und Musterung
ausgeführten Teppichen aufwärts.
Die geknüpften, plüschartigen Teppiche werden auf baum
wollener, leinener oder wollener Kette durch das Einknüpfen von Flor
maschen hergestellt, die gleichfalls jede einzeln durch die Breite des
1 eppichs eingelegt werden. Das Muster befindet sich vor dem Arbeiter
und derselbe (oder häufig sind deren wieder mehrere neben einander)
legt die einzelnen, der Poile des gewebten Plüsches entsprechenden
l aden in den ihm durch die Patrone angezeigten Farben ein. Nachdem
dies durch die ganze Breite des Stoffes geschehen ist, werden zwei
Grnndschusse eingetragen. Die Florfäden hängen in den nöthigen Far
ben auf Rollen vor dem Arbeiter, er zieht von denselben nach Bedarf
Fäden herunter und schneidet sie nach dem Einlegen ab. Unter den sehr
interessanten auf der Ausstellung befindlich gewesenen Skizzen aus dem
fndia Museum in London, welche die Beschäftigung der Inder mit den
Handwerken verdeutlichen, sahen wir auch eine Darstellung der Teppich
fabrikation. ^ Der höchst primitive vertieale Webstuhl ist zwischen
Bäumen im Freien aufgeschlagen; die Arbeiter sitzen auf beiden Seiten;
die auf der rechten Seite befindlichen ziehen von den über ihnen auf
Knäueln hängenden verschiedenfarbigen Wollen die Fäden ab, tragen
sie zwischen die Kettfäden ein und schneiden dann jede Locke ab.
Festgeschlagen werden dieselben mit einer Art Gabel. Dem auf der
hinteren Seite der Kette sitzenden Arbeiter scheint die
Eintragung der Grundsehusse obzuliegen. Die Verbin
dung der Florschusse (b) mit den Kettfäden (a) geschieht
durch den ganzen Orient fast ausschliesslich in neben
stehender YVeise; dieselbe unterscheidet sich von der