Baum wollen waaren.
Unter allen Zweigen der Textilindustrie nimmt die Baumwollenspinnerei
und Baumwollenweberei, was Umfang der Etablissements, Verbrauch
des Rohmaterials, Zahl der beschäftigten Hände und Anwendung
mechanischer Hilfsmittel anlangt, die erste Stelle ein. Sie hat zuerst
von den Erfindungen der Neuzeit auf mechanischem Gebiete Gebrauch
gemacht und repräsentirt den Industriezweig, in dem unsere moderne
Grossindustrie am deutlichsten zu Tage tritt. Die Spinnmaschine, der
mechanische Webstuhl fanden in der Baumwollenmanufactur zuerst
Anwendung, ja verdanken ihr Entstehen und Ausbildung. Druck- und
Appreturmaschinen nahmen von ihr den Weg in andere textile Gebiete,
In ihrem Rohstoff fast vollständig von aussereuropäischen Gebieten
abhängig, tritt in der Baumwoi 1 waareni udustrie das Uebergewicht europäischer
Intelligenz und Capitals auf das Evidenteste zu Tage und
lässt sie als eines der lehrreichsten Beispiele unserer technischen und
wirthschaftlichen Erfolge erscheinen.
Auf der Ausstellung war dieses grosse Gebiet in keiner seinen
Verhältnissen entsprechenden Bedeutung vertreten. Gerade die hauptsächlichsten
Fabrikationsländer waren nur äusserst lückenhaft erschienen
und boten kein dem Umfange und den Leistungen dieser Industrie
getreues Bild. Die vorliegende Darstellung wird sich, wenn auch vornehmlich
die Resultate der Ausstellung ins Auge fassend, doch ergänzend
in allgemeinen Umrissen zu bewegen haben.
Der Rohstoff, die Baumwolle, war wenigstens in seinen Hauptproductionsgebieten
auf der Ausstellung vertreten. Unter denselben
nimmt noch immer bei Weitem die erste Stelle Amerika ein und zwar
wird mit dem Namen: „amerikanische Baumwolle“ das in den südlichen
Staaten der Union erzeugte Product verstanden. Die von dort gesandten
Baumwollen aus Louisiana (Neworleans), Alabama und anderen