Einleitende Bemerkungen. 635
Länge nach vier nicht sehr hohe Scheidewände aufgebaut, welche wie
der acht benutzbare Flächen darboten. In dieser Weise disponirte man
also über 24 Wandflächen, von denen die acht mit Vitrinen garnirt wa
ren. Hierdurch und durch eine zweckmässige Auswahl seitens der
nahe an 200 Aussteller wurde es möglich, die Producte der graphischen
Künste in ansprechender und hinlänglicher Weise zur Anschauung zu
bringen. Dazu war auch das genügende Personal vorhanden, selbst
weibliche Hilfe fehlte nicht, was jedenfalls dazu beitrug, dass die nöthige
Ordnung und Reinlichkeit beobachtet wurde. Zur Zeit der Zusammen
kunft der Jurymitglieder war zugleich eine Anzahl der Aussteller, selbst
den grössten Firmen angehörende, persönlich anwesend und jederzeit
bereit, eine gewünschte Auskunft zu geben, ausserdem hatte der Gerde
de la librairie über seine Ausstellung einen Separatkatalog drucken las
sen, der ein typographisches Bijou war.
Nach der^ französischen müssen wir die belgische, österrei
chische und die schweizer Ausstellung als im Ganzen wohlgeordnet
erwähnen. Erstere liess nichts zu wünschen übrig. Die österreichische
Abtheilung war zwar wenig glücklich in einem Hofgebäude installirt,
welches von der Hauptgallerie ohne ausgeprägten Ortssinn schwer zu
finden war. Hatte man sie jedoch einmal gefunden, so zeigte sich die
Einrichtung allerdings eleganzlos, aber doch zweckmässig und die Räum
lichkeit als eine genügende. Einen Katalog vermisste man schmerzlich.
Die schweizer Ausstellung füllte eine lange, schmale, gut beleuchtete
Galerie, ebenfalls in einem Hofgebäude und nicht ganz leicht zu finden.
Die lange Wandseite war ab und zu mit kurzen, hervorspringenden
Querwänden versehen, welche die Monotonie unterbrachen und Nischen
von geringer Tiefe bildeten, unten mit Vitrinen bekleidet, die ebenfalls
unter den Fenstern der gegenüberstehenden Langwand angebracht wa
ren. Das Ganze schmucklos aber zweckmässig; die Prüfung durch
einen guten Katalog erleichtert.
Die ungarische Ausstellung war in ausserordentlich schönen
Glasschränken untergebracht und gewährte so einen hübschen Anblick,
war aber dem Publicum so gut wie unzugänglich. Italien bot zur Zeit
der Jurybesuche wüste Haufen von Büchern, wie wenn ein Antiquar
sein Lager nach dem Centner verkauft; ein furchtbares Regenwetter
hatte dazu das Seinige beigetragen. Die spanische Ausstellung musste
zum Theil noch aus den Kisten geholt, um den über alle Hindernisse
glücklich weggekletterten Jurymitgliedern vorgelegt zu werden. Die
übrigen Länder boten so wenig dar, dass es nicht der Mühe lohnt, zu
erwähnen, wie es geboten wurde.