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Full text : Graphische Künste, Wiener Weltausstellung Heft 6

Section  I.  Die  Typographie  etc.  Die  Lithographie.  661
Wir  geben  nur  zur  Kennzeichnung  der  geschäftlichen  Bedeutung
der  Anstalt  folgende  uns  mitgetheilte  neueste  Data.  Nicht  weniger  wie
17  Dampfmaschinen  von  zusammen  362  Pferdekraft  stehen  zur  Disposition ­
  In  der  Papierfabrik  finden  sich  14  Maschinen  zur  Bearbeitung  der
Lumpen,  32  Holländer,  30  Schöpfbütten  und  2  Papiermaschinen.  Die
Druckerei  besitzt  58  Schnellpressen  und  60  Handpressen,  nicht  Zureden
von  Photographie,  Guillochir-,  Couvert-,  Perforir-undNumerirmaschinen
Sie  beschäftigt  im  Hause  1400  bis  1800  Arbeiter  (darunter  200  bis  300
weibliche)  und  ausser  dem  Hause  je  nach  Umständen  300  bis  1200
(darunter  100  bis  400  weibliche).  Die  Anstalt,  deren  Leitung  jetzt  m
den  Händen  des  Herrn  Staatsrathes  v.  Winberg  liegt,  wurde
gegründet  und  besteht  seit  dem  Jahre  1866  als  selbstständiges  Geschäft,
das  jährlich  einen  ansehnlichen  Überschuss  an  die  Staatscasse  abliefern
kann.  1863  wurde  eine  Pensions-  und  Unterstützungscasse  errichte  ,
in  welche  15  Proc.  der  Reineinnahme  und  2,  resp.  3  Proc.  der  Lohne
und  Gehalte  fliessen.  142  Pensionen,  im  Betrage  von  18  000  Rubel
jährlich,  werden  gezahlt;  die  Unterstützungscasse  gewährte  seit  ihrem
Bestehen  2980  einmalige  Unterstützungen  im  Gesammtbetrage  von  circa
24  000  Rubeln.  '  ..  ,
Denjenigen,  der  Näheres  über  dies  merkwürdige  Ltablissement
erfahren  will,  verweisen  wir  auf  eine  Reihe  von  Nummern  des  Journals ­
  für  Buchdruckerkunst,  Jahrgang  1872,  in  welchen  es  minutiös
beschrieben  wurde.  Wer  sich  aber  über  die  dort  geübten  graphischen
Verfahren  zu  orientiren  beabsichtigt,  möge  sich  Raths  erholen  in  dem
trefflichen  Handbuch  der  Heliographie  von  Georg  Scamoni  ausWurzburg
  (Berlin,  bei  Friedländer,  1872),  in  welchem  dieser  ausgezeichnete
Mitarbeiter  des  Instituts  seine  Erfahrungen  niedergelegt  und  durch
einen  Atlas  erläutert  hat.  Selbstverständlich  heisst  es  bei  allen  diesen
Verfahren:  „Uebung  macht  den  Meister“,  und  ohne  diese  und  die  Unterstützung ­
  durch  Talente,  wie  die,  über  welche  die  russische  Staatsdruckerei
verfügt,  werden  freilich  Recepte  nicht  zu  grossen  Resultaten  fuhren.
Die  Namen  des  Directors  und  vieler  der  hervorragenden  Mitarbeiter ­
  des  Instituts,  wie  der  Umstand,  dass  die  Firma  König  &  Bauer
in  Oberzell  bei  Würzburg  von  den  58  Druckmaschinen  nicht  weniger
als  35  lieferte,  mögen  als  Belege  für  die  Berechtigung  dienen,  Russland
noch  der  germanischen  Gruppe  der  Typographie  anzureihen,  die  wir
nunmehr  verlassen,  um  zu  der  romanischen  überzugehen.
            
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