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Full text: Graphische Künste, Wiener Weltausstellung Heft 6

Section I. Die Typographie etc. Die Lithographie. (>S1 
Arbeiten geliefert: 515 507 Vollbilder in Farbendruck, 42 114^ Litho 
graphien, 38 142 Aquarell- und Oelbilderproduetionen, wozu 2 714 414 
einzelne Drucke nothwendig waren. Der Verkaufswerth der Arbeiten 
betrug in runder Summe 250 000 Thlr. Der Erfolg vie er der Unter 
nehmungen des Herrn Seitz zeigt, dass das wirklich Gute trotz höhe 
rer Preise, sein Publicum findet. Wie bedeutend dies mitunter sein 
kann, beweist das bekannte niedliche Bildchen: Der erste Gedanke 
ein eben ausgekrochenes Küchlein, welches seine bisherige zerborstene 
Wohnung betrachtet, das in 18 000 Exemplaren verkauft wurde. 
In Oesterreich kam der Farbendruck erst zu Ende der fünfziger 
Jahre zur Geltung und zwar zunächst durch die k. k. Staatsdruckerei. 
Das erste Werk von Bedeutung waren Conrad Grefe’s Aquarellbilder 
nach niederösterreichischen Bauwerken. Grefe hat als Maler u 
thograph bedeutende Verdienste um den Buntdruck und gründete 1863 
ein besonderes Atelier für die Ausführung von für den Oeldruck bestimm 
ten Bildern, die hauptsächlich bei Reifenstein & Rösch gediuck 
siml Aus der Reihe seien erwähnt: Löffler*. „Alpenällmm“ , etwa 
von dem Schönsten, was in dieser Richtung geliefert wurde; A.Lynker s 
Aquarellstudien aus Aegypten“ , die sich jedoch nicht mit Werne 
Nilbildern messen können; Kamlosy’s Werk über die Rosena. , 
ferner das auf Befehl des Kaisers Maximilian angefangene, durch des- 
2"™ in. Stacken gekommene Werk über die Are,de». Em ge.m- 
ses Interesse haben die in Grönland aufgenommenen Lichteffectbilder 
Jul. Payer’s. Vortrefflich sind Grefe’s aus dem Schwarzen heraus- 
1 p a terno° Hartinger und Andere dem Bilderdruck. Namentlich 
hat die von Reifen stein & Rösch 1830 gegründete Anstalt eine aus 
serordentliche Ausdehnung erlangt und beschäftigt gegen 150 Personen 
mit 36 Pressen. Es ist schwer Einzelnes besonders hervorzuheben, wo 
so vieles Gute da ist, wir nennen jedoch die sehr umfangreiche Samm 
lung von Aquarellen nach Zeichnungen des Erzherzogs Ludwig a 
vator- unter den Oelgemäldedruckeq „Die Minne nach Rob. Bey 
schlag in München mit dem daneben hängenden Original; es sm 
keine Beweise weiter nothwendig für das ganz -gewohnhche For - 
schreiten und geschmackvolle Arbeiten der Anstalt. Ed. Holzel (ge 
gründet 1844) entfaltet in seiner Ausstellung das Bild einer ebenso 
g gT.t .1. gelungenen ThUigk.it n.eb ,1.1.« 1 ' 
Oelbilderdruck liefert er Voreughch.su. B > beule,"Bruder a.cb 
Franz Defregger in München, von 32 Steinen gedruckt; „Der Au 
brach zur Hochzeit“; „Das Wallhorn“ nach Stephan; in Aquarell 
manier das Album „Wien im Ausstellungsjahre von Franz und Ru 
dolph Alt; das Album von Mähren und Böhmen; Kotschy „Die
	        
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