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Gruppe XII. Graphische Künste.
nur eine sehr bescheidene Zahl, die wir hier, soweit es nicht schon geschehen
oder in dem Abschnitt des Berichts über die III. Section noch
geschehen wird, der Vollständigkeit halber zu erwähnen haben.
. Bereits in der letzten Pariser Weltausstellung war^n Karten in
77 verschiedenen Manieren gezeichnet und in den verschiedensten
Druckverfahren ausgestellt. In den seitdem verflossenen Jahren sind
gerade ganz besondere Fortschritte gemacht, sowohl in der Manier
als in dem Verfahren, namentlich hat die Anwendung der Heliographie
und die Verwandlung der Tiefdruckplatten in erhabene einen neuen
Weg gebahnt, welcher der Herstellung von Karten einen neuen Aufschwung
zu gehen bestimmt scheint. Auch die Methode, durch Anwendung
verschiedener Schraffirungen und Aetzungen mit wenigen
Steinen eine Menge von Farbeneffecten hervorzubringen, wird vielfach,
ganz besonders in den Niederlanden (Procede Eckstein) geübt. Die
Schichtlegung ist viel verbreiteter und methodischer geworden, und man
ist bestrebt, ein wirkliches naturgetreues Bild zu gehen. Ein neues
Verfahren ist ferner die Verbindung der Plastik mit der Photographin
indem erst ein Relief gebildet wird und dies dann wieder durch Photographie
übertragen und durch Schraffirung vervollständigt wird.
Von der Generaldirection der Ausstellung waren bekanntlich Karten
zur Veranschaulichung der Cultur- und Gewerbeverhältnisse aller
Länder gewünscht, die in Verbindung mit den nöthigep^ statistischen
Tabellen sehr geeignet gewesen sein würden, die Kenntnisse ausserordentlich
zu bereichern. Dem Wunsche der Direction ist jedoch so
gut wie nicht entsprochen. Gerade bei solchen internationalen Unternehmungen
würde es sich herausgestellt haben, wie wünschenswerth
ein einheitliches System der Kartenzeichnung gewesen sein würde,
welches Jedem so zu sagen die Ablesung einer Karte, wie die eines
Musikstückes durch Noten, möglich machte. Proben eines solchen
Systems wurden von dem k. k. Oberstlieutenant Joh. Roskiewicz
vorgelegt und die Grundzüge seines Systems in einer Broschüre entwickelt,
auf welche wir hiermit aufmerksam machen wollen 1 ). Ist der
Gedanke durchführbar, so wird er in einer so praktischen Zeit wie der
unserigen nicht zu Grunde gehen.
Von den Kartenausstellern in der XII. Gruppe ist zu nennen aus
DeutschlanddasBerliner Lithographische Institutvon Jul.Moser
(gegründet 1860, 60 Personen). Dasselbe arbeitet für fremde und
eigene Rechnung und lieferte eine Anzahl bedeutender Blätter, hauptsächlich
vom Rechnungsrath G. Liebenow gezeichnet. Die grossen Kartenverleger
Just. Perthes in Gotha, Carl Flemming in Glogau, Dietr.
i) Die Terraindarstellung mit Rücksicht auf zu erzielende Einheitskarten
von J. Roskiewicz. Wien 1873.