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Gruppe XII. Graphische Künste.
lieh, dass wir uns irren, wir glauben aber an keinen Zukunftsholzschnitt
nach diesem Verfahren.
L. Dumont aus Paris hatte ein Album seiner verdienstlichen Ar
beiten ausgelegt. Interressant war ein von Hachette & Co. ausge
hängtes Tableau Dore’scher Originale auf Holz gezeichnet.
Die Hochätzung ist ein in Frankreich sehr beliebtes und gepflegtes
Verfahren, das sich ganz für die leichten Croquis eignet, die dem fran
zösischen Geschmack besonders Zusagen und in ihren Witz-, leider müssen
wir auch sagen zum Theil in ihren Schmutzblättern, reiche Verwendung
findet. Doch schafft sich die Methode auch Eingang in Journale ern
sterer Richtung und selbst die Illustration giebt Blätter in dieser Manier,
die so gelungen sind, wie sie wahrscheinlich überhaupt hergestellt werden
können. Der Erste, der das Verfahren in Frankreich übte, war Gillot
(1850); er nannte es Paniconographie, die Franzosen nennen es gewöhnlich
G-illotage. Seine Nachfolgerin, Veuve Gillot, stellte sehr gelungene
Proben aus, ebenso Lefmann & Lourdel und Yves & Barret, die
sich anheischig machen, eine Platte in Folioformat innerhalb drei Stunden
zu liefern. Nach den Angaben Lefmann & Lourdel’s machen sie
eine Copie auf Leimchromat, walzen mit fetter Farbe ein und übertragen
das Bild auf Zink. Dieses wird angeätzt und nach einiger Zeit gereinigt
und leicht mit fetter Farbe eingewalzt. Diese dringt nur oberflächlich
in die Striche und lässt deren Tiefe frei, so dass eine zweite Aetzung
nur nach dei* liefe und nicht seitlich wirken kann. Das Ein walzen
und Aetzen wird öfter wiederholt.
Aus Italien zeichnete sich Angelo della Croce aus Mailand
durch sehr hübsche Reproductionen älterer Drucke aus.