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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

1Ö2 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
der Schlitten e in die Anfangsposition zurückgeschranbt, wobei nun die 
Mutter m durch den Eingriff mit l an der Drehung verhindert ist. 
Hiernach folgt sodann die erforderliche Tieferstellung des Bohrers durch 
Lösung der Gegenmutter q und Drehung des Handrades r auf der 
Schraubenspindel s, welche mittelst Ringmith und Streifkeil t mit der 
Bohrspindel g verbunden ist; die Gegenmutter q wird wieder festge 
stellt und die Handhabung der Bohrratsche beginnt von Neuem. 
Zum correcten Nachschleifen der amerikanischen Schraubenbohrer 
empfiehlt sich ein von W. Seilers ausgestellter höchst einfacher Ap 
parat: Eine rotirende Schleifscheibe (aus Leim und Schmirgel) wird 
in der Richtung ihrer Achse langsam verschoben und stellt an dem 
unter erforderlichem Winkel in einem Parallelschraubstock eingespann 
ten Bohrer eine neue Facette her; zur genauen Vollendung der zwei 
ten Facette ist eine einfache Drehung des Bohrers um 180° in der Ein 
spannvorrichtung erforderlich. 
5. Fräsmaschinen. 
Eine sorgfältige Ausbildung der Fräsmaschine war fast aus 
schliesslich bei den amerikanischen Ausstellern zu bemerken; diese 
haben seit der letzten Weltausstellung die Benutzbarkeit dieser Ma 
schine in auffallendem Maasse erweitert, theils durch verbesserte Aus 
führung des Werkzeuges und durch bessere Lagerung desselben, theils 
auch durch Hinzufügung der selbstthätigen Verschiebung des Arbeit 
stückes nach jeglicher Richtung und durch originelle, den speciellen 
Formen des Arbeitstückes genau angepasste Aufspannvorrichtungen. 
Zu vielen Arbeiten, die bisher auf der Hobelmaschine ausgeführt wurden, 
erscheint nunmehr die leistungsfähigere Fräsmaschine ausersehen. In 
Fabriken zur Herstellung von Nähmaschinen, Feuerwaffen und dergleichen 
ist dieselbe die Arbeitsmaschine par excellence geworden, in vielen reihen 
weise gruppirten Exemplaren aufgestellt, an Zahl weitaus überragend 
die Drehbänke, Hobelmaschinen und Bohrmaschinen. 
Zu den constructiv vollendetsten Werkzeugmaschinen der Aus 
stellung gehörte unzweifelhaft die von der Brown & Sharp Manu 
facturing Co. in Providence ausgestellte Universal-Fräsmaschine 
(universal milling machine). Die Zuschiebung des Arbeitstückes kann 
bei dieser Maschine nicht allein senkrecht zur Fräserachse, sondern 
unter jedem beliebigen Winkel gegen dieselbe selbstthätig erfolgen, 
wie auch eine selbstthätige Ausrückung dieser Bewegung angeordnet 
ist. Da ferner das Arbeitstück auch drehbar eingespannt und in 
langsame Rotation versetzt werden kann, so ist es auch möglich, 
schraubengangförmige Nuthen (an Spiralbohrern), Frässcheiben und 
Zahnrädern aller Art zu fräsen. Für solche Arbeiten ist eine Theil-
	        
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