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Volltext: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

114 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
der Gewindebohrer aufgeschraubt; dieselben werden aus Rundstahl 
hergestellt und können so eingespannt werden, dass jeder erforderliche 
Bruchtheil ihrer Länge hervorragt. Der im Reitstock d sitzende Reit 
nagel ist in der Richtung seiner Länge verschiebbar, jedoch durch Nuth 
und Feder an der Drehung verhindert; er trägt am einen Ende irgend 
eine Vorrichtung zur Aufnahme oder Unterstützung des Arbeitstückes, 
am anderen Ende eine verstellbare Knagge, welche durch ihren Anstoss 
an den Reitstock die Umsteuerung herbeiführt, wenn der Arbeiter die 
selbe vergessen sollte. Hierdurch wird es möglich, auch Bohrungen, 
die nicht durch das Arbeitstück ganz hindurchgehen, mit Schrauben 
gewinde zu versehen. Die Scheibe b am hinteren (linken) Ende der 
Maschine vermittelt die Vorwärtsdrehung des Bohrers (Arbeitsgang), 
Scheibe a den Rücklauf; erstere empfängt daher eine langsamere Rota 
tion als letztere. Die Maschine ist auch als Bohrmaschine für kleine 
Arbeitstücke mit Vortheil zu verwenden, indem man durch einen auf 
die Spindel aufgesetzten Ring die Verschiebbarkeit derselben auf hebt. 
Der gusseiserne Tisch, auf welchem die Maschine montirt ist, hat einen 
am Rande herumlaufenden Canal zur Aufnahme des Überfliessenden 
Oeles. Gewicht der Maschine einschliesslich der zwei erforderlichen \ or- 
gelegswellen 550 Pfd. engl, (249'5 Kg), Preis 150 Dollars am Orte der 
Erzeugung. 
Richard Breitfeld in Erla hatte eine Gewindeschneid 
maschine für Muttern und Bolzen ausgestellt, die in ihrer Disposition 
gänzlich von den bekannteren Gewindeschneidmaschinen abweicht; sie 
enthält nämlich vier Spindeln, vertical gelagert in einem um die gemein 
same Antriebwelle drehbaren Gestell, zu welchem auch ein die Muttern, 
beziehentlich Schneidkluppen enthaltender Tisch gehört. Hiernach lässt 
sich das ganze System der Arbeitsspindeln, welche am unteren Ende 
die Gewindebohrer oder Schraubenspindeln aufnehmen, um die Betriebs 
welle so herumdrehen, dass sämmtliche Arbeitsorte der Reihe nach vor 
den Arbeiter kommen, welcher die geschnittenen Muttern oder Bolzen 
mit nngesehnittenen auszuwechseln und das Werkzeug nach erfolgtem 
Durchgang wieder in die Anfangsposition zu bringen hat. Diese An 
ordnung gewährt nicht allein die möglichste Ausnutzung der Leistungs 
fähigkeit des Arbeiters, sondern auch die Annehmlichkeit, dass derselbe 
das zu verarbeitende Material unmittelbar neben sich haben kann und 
keine Zeit mit Hin- und Herschaffen verliert. Die Einspannvorrichtungen 
für Werkzeug und Arbeitstück sind so eingerichtet, dass ein Wechsel 
in der Drehuugsrichtung der Spindeln nicht erforderlich ist. V ird die 
Breitfeld’sche Maschine zum Gewindeschneiden in Muttern gebraucht, 
so fällt der Gewindebohrer nach beendigtem Durchgang in die zum 
festen Maschinengestell gehörige ringförmige Schale oder Schüssel, die 
gleichzeitig zur Aufnahme des Oeles und der Spähne dient. Durch ein 
im Boden derselben befindliches Loch kann das Oel in ein untergestelltes
	        
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