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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

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Section II. a. Werkzeugmaschinen. 
D mit dem Gewichtsbalken C verbunden, wonach sich die periodische He 
bung und Senkung der Schiene m erklärt; die horizontale Bewegung 
der Rolle u s und des Canalsystemes 1 bis 6 wird von der verticalen des 
Gewichtsbalkens C abgeleitet durch Vermittelung des Winkelhebels E, 
der Zugstange F und des aufrechten Hebels G, welche Theile sämmt- 
lich doppelt ausgeführt sind; die sämmtlichen Rollen w s und Canal 
systeme 1 bis 6 sind unter Benutzung eines Winkeleisens H mit den 
beiden Hebeln G verbunden. Erfolgen hiernach zwar die Bewegun 
gen von u b und 1 bis 6 gleichzeitig, so ist doch durch passende Stel 
lung der Rollen % Sorge getragen, dass die Taschen erst nach erfolg 
ter Festklemmung geöffnet werden. Die Hebung der Schiene m, also 
die Balken- und Schalenarretirung, geschieht während der Rückwärts 
bewegung der Rollen u b , also nach erfolgter Freilassung der Taschen, 
übrigens auch erst nach Einführung neuer Platten in dieselben. 
Der volle Cyclus der auf einander folgenden Bewegungen lässt 
sich nach dem vorstehend Mitgetheilten in folgender Art darstellen: 
1. Vorschiebung des Zubringers b und Eintritt einer Platte in 
die Vorkammer c. 
2. Rückbewegung des Zubringers b und hierbei Oeffnung des 
Schiebers d der Vorkammer c; die Platte fällt in die Tasche e. 
3. Arretirung des Balkens und der Schalen durch Unter- 
greifung. 
4. Freilassung des Balkens und der Schalen, Spiel der Wage; 
Einstellung des Balkens und der Tasche auf die dem jeweiligen Ge 
wicht der Platte entsprechende Höhe. 
5. Arretirung der Tasche e zwischen den seitlichen Backen u 2l 
Vorschiebung der Canalsysteme 1 bis 6, Oeffnung des Taschenschiebers 
r ■ die gewogene Platte fällt aus der Tasche in den entsprechenden 
Canal und gelangt in einen Sammelkasten. 
Die Dauer eines solchen vollen Spieles der Maschine beläuft sich, 
wie schon angegeben, auf 17 Secunden, oder die Spielzahl pro Minute 
auf 3'5 , daher bei zehn Wagbalken stündlich 3'5 . 10.60 = 2100 
Platten sortirt werden. Die Maschine ist in den Münzstätten zu Wien, 
Berlin, München, Dresden, Kremnitz und Kopenhagen mit gutem Er 
folg in Benutzung gekommen und hat die Leistungsfähigkeit der deut 
schen Münzstätten, an welche gegenwärtig wegen des Ueberganges zur 
Goldwährung besonders hohe Anforderungen gestellt werden, in 
erwünschter Weise erhöht. Das k. k. Hauptmünzamt zu Wien sprach 
sich in einer öffentlichen Bekanntmachung (vom 7. Juli 1871) in fol 
gender Art über die Maschine aus: 
„Die Erfindung dieser Sortirmaschine durch Herrn Seyss ist 
somit ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiete der Münztechnik 
und verdient um so mehr Anerkennung, als durch sie das schwierige 
Problem der sicheren Sortirung der Münzen nach ihrem Gewichte auf 
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