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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section II. a. Werkzeugmaschinen. 137 
gebracht: Die ununterbrochene Abführung der erzeugten Späne 
mittelst eines saugenden Windrades, dessen Säugöffnung durch ein 
Blechrohr mit einem den Fräskopf überdeckenden Gehäuse in Verbin 
dung steht und durch dessen Wirkung die Späne nach einem feuer 
sicheren — etwa in der Nähe des Kesselhauses anzulegenden — Raum 
transportirt werden, um als Brennmaterial Verwendung zu finden. 
Denkt man sich das Saugrohr des Ventilators nach allen Holzbearbeitungs 
maschinen eines Etablissements (einschliesslich der Sägen) verzweigt, 
so hat man hiermit nicht allein ein wirksames Mittel zu schleuniger 
Abführung aller Späne aus den Arbeitsräumen, sondern erlangt auch 
die vollkommenste Beseitigung alles das Arbeitspersonal sonst belästi 
genden Staubes; die Maschinen und Werkstätten werden in reinlicherem 
Zustand erhalten, der Feuersgefahr ist aufs wirksamste vorgebeugt. 
3. Bohrmaschinen. Stemmmaschinen. 
An den Holzbohrmaschinen zur Herstellung von Rund- und Lang 
löchern waren erhebliche Verbesserungen nicht wahrzunehmen; höch 
stens dürfte anzumerken sein, dass die amerikanische Firma B. D. 
Whitney eine zweispindelige Horizontalbohrmaschine ausgestellt hatte, 
bei welcher der Abstand beider Bohrer beliebig verstellt werden konnte, 
also die. gleichzeitige Herstellung zweier paralleler Löcher in beliebi 
gem Abstand möglich war. 
Die Firma Rodgers & Co., Nor wich, hatte eine Bohr- und Sternni- 
maschine für Radnaben ausgestellt, deren Anordnung durchaus prak 
tisch sicherwies; das Arbeitstück war mit einer Theilscheibe verbunden; 
das Stemmeisen konnte während des Ganges der Maschine gewendet 
werden. 
Unter den von Ran so me & Co. in London ausgestellten Holz 
bearbeitungsmaschinen fand die nach dem Patent des Amerikaners 
Richard gebauete Stemmmaschine vielen Beifall. Die Haupteigen- 
thümlichkeit derselben besteht in der sinnreichen Vorrichtung, welche 
das Umstellen des Stemmeisens vermittelt, sobald dieses an dem Ende 
eines zu erzeugenden Schlitzes angelangt ist. Hier findet diese Um 
stellung ohne Zeitverlust und ohne vorhergehende Ausrückung der 
Maschine statt, während bisher das Stemmeisen mittelst eines Hand 
griffes um 180 Grad gedreht werden musste, nachdem der Riemen auf 
die Leerscheibe gebracht und so die ganze Maschine in Stillstand ver 
setzt worden war. Die Vorrichtung ist durch die beigefügten liolz- 
stiche (Fig. 63 u. 64 a. f. S.) verdeutlicht. 
Die Spindel a, deren unteres Ende das Stemmeisen b enthält, ist 
am oberen Ende durch Nuth und Feder mit der Schnurscheibe c auf 
Drehung verbunden. Ueber diese Scheibe läuft eine Treibschnur d,
	        
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