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Section II. a. Werkzeugmaschinen.
dicker als auf der Oberseite, frei von Untersckneidungen, daher sehr
standfähig und leicht abzufornien; die Herstellung von Druckplatten
durch galvanoplastische Abformung der so erzeugten Fläche würde
hiernach ausführbar erscheinen.
1. A n h a n g.
Thonbearbeitungsmaschinen.
Von den Maschinen zur Knetung und Mischung des Thones, zur
Formung und Nachpressung der Ziegel hatten nur die deutschen Aus
steller ein einigermaassen vollständiges Bild geliefert # an ihrer Spitze
die höchst strebsamen Brüder Schmerber in Tagolsheim und Mühl
hausen. Dieselben hatten in dem deutschen Annexbau der Maschinen
halle die folgenden Maschinen in Gang gesetzt:
1. Ein doppeltes Walzwerk, aus zwei Walzenpaaren bestehend,
von denen das untere Paar mit grösserer Geschwindigkeit betrieben
wurde, als das obere; auch je zwei zusammenarbeitende Walzen hat
ten ungleiche Umfangsgeschwindigkeiten und übten so eine zerreibende
Wirkung. Der Walzendurchmesser betrug 320 mm. Der gewalzte
zerriebene Thon fiel auf ein endloses aus Bast gewebtes Tuch , wel
ches ihn
2. dem Thonmenger zuführte; in der Form der schraubengang
förmig gestellten Schaufeln zeigte sich diese Maschine nahe überein
stimmend mit anderen Knetapparaten; der scheibenförmige Boden des
Gehäuses drehte sich mit der Welle und war auf der oberen Seite mit
vier Kippen versehen; um einen ganz sicheren und regelmässigen Aus
tritt des Thones zu erlangen, war hier auf der Innenseite des Mantels
hinter der Austrittsmündung eine radial einwärts gerichtete Schaufel
angebracht, welche den Thonstrang nach der Mündung ablenkte. Die
Maschine lieferte einen breiten dünnen Strang, welcher nach Länge
und Breite in Blätter vom Format der zu erzeugenden Dachziegel ge
schnitten wurde; die Unterstützung dieses Stranges erfolgte durch Rol
len von Gyps. Räderantrieb am oberen Ende der Welle. Leistung
1 1 4 bis l 1 /* Cbm pro Stunde. Die so erhaltenen Blätter gelangten
3. nach einer grossen selbstthätigen Falzziegelpresse. Dieselbe
presst mittelst eines Excenters die Thonblätter zwischen zwei Gyps-
formen, von denen die obere an einem auf- und niedergehenden Stem
pel sitzt, die untere nebst vier anderen an einem fünfseitigen Prisma,
welches eine schrittweise Drehung erhält. Eine ausführliche Zeichnung
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