148 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
und Beschreibung dieser höchst leistungsfähigen Maschine (600 bis
960 Stück pro Stunde) befindet sich in Armengaud Publication indu
strielle V. 19.
Eine für Handbetrieb berechnete Schraubenpresse zur Fabrikation
von Falzziegeln hatte die Firma Eduard Laeis & Co. in Trier aus
gestellt; dieselbe arbeitete ebenfalls mit Gypsformen, lieferte 180 Stück
pro Stunde und kostete 1800 Bmk.
Zur Herstellung von Mauerziegeln waren complete Maschinen in
zweckentsprechender jedoch grossentheils schonbekannter Anordnung zur
Anschauung gebracht worden vo n der Eisengiesserei und Maschinenfabrik
in Nienburg a. d. S. (vormals Härtel & Co.), von Gebr. Sachsen
berg in Bosslau a. d. E., von C. Schlickeysen in Berlin, von
Louis Henrici in Wien, letztere mit einem eigenthümlichen selbst-
thätigen Schneidapparat, endlich von Derham in Leeds (Patent
Morand) eine selbstthätige Presse mit horizontaler Formscheibe und
Austragen der einzelnen gepressten Ziegel (150 Stück pro Stunde).
Von besonderem Interesse war die im deutschen Annex der
Maschinenhalle ausgestellte Maschine der Gebr. Sachsenberg in
BosSlau a. d. E. zur Fabrikation von Thonröhren mit angepressten
Muffen. Die Böhren werden hier in verticaler Eichtung (abwärts) aus
einem ringförmigen Mundstück gepresst, unter welcher Voraussetzung
allein eine genaue kreiscylindrische Form resultirt. Der Thon, durch
Sumpfen und vorläufiges Mengen mit Magerungsmitteln vorbereitet,
wurde in einer Misch- und Knetmaschine (horizontalem Thonschneider)
gehörig durchgeknetet und der hier austretende dicke Thonstrang durch
einen Arbeiter in Ballen von handlicher Grösse formirt. Diese Ballen
wurden mittelst eines Thonaufzugs, der aus einem über Bollen geführ
ten und mit Tragbretchen besetzten endlosen Hanfgurt bestand, nach
dem Bumpf der Böhrenpresse gehoben; sie wurden hier von zwei star
ken gusseisernen Walzen gefasst und in den dichtanschliessenden Press
kasten hineiDgepresst, aus welchem die Thonmasse nach erfolgter star
ker Compression durch das Mundstück zu Tage trat. Das so erzeugte
Bohr fand durch einen horizontalen Tisch, welcher in Verticalführun-
gen beweglich und durch Gegengewichte ausbalancirt war, eine angemes
sene Unterstützung; dieser Tisch konnte mittelst Handkurbel und Bäder
werk in jede beliebige Höhenlage versetzt, auch mittelst einer Brems
vorrichtung arretirt werden. Die Einrichtung des Mundstückes mit
dem für das Anpressen der Muffen erforderlichen Zubehör ergiebt sich
aus beifolgender Skizze. An den in gewöhnlicher Weise mittelst
schmiedeiserner Stege a an der Mundstückplatte A des Presskastens
B befestigten Kern b (dem inneren Durchmesser des Bohres entspre
chend) ist ein hölzerner aus einzelnen Lagen verleimter Kranz c befe
stigt, welcher mit der gusseisernen BoSette d verschraubt ist; ein ähn
licher Holzkranz e wird in centraler Position an C angesetzt, wenn