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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 157 
Das Ablösen der Körner geschieht auch hier durch bewegliche Messer, 
welche an den beiden Enden eines um eine Mittelachse schwingenden 
gleicharmigen Hebels befestigt sind, bei dessen schneller Oscillation sie 
dicht an den festen Messern von oben nach unten vorbeistreifen, dadurch 
die Körner zurückhaltend. Dieselben gelangen hierbei. zunächst aul 
einen aus starken Drahtzähnen gebildeten Kost, welcher hinter je einem 
festen Abstreifmesser ebenfalls fest angebracht ist. Um nun die Mischung 
dieser getrennten Körner mit der neu zugeführten Baumwolle zu ver 
hindern und die ersteren schnell zu entfernen, ist mit jedem der beweg 
lichen Messer ein nach unten vorspringender Kost von gleicher Theilung 
wie der feste Rechen verbunden, und da die gleichfalls aus Draht ge 
bildeten Zähne dieses beweglichen Rostes bei der schnellen Oscillation 
des Messerhebels energisch zwischen den Zähnen des festen Rostes 
hindurchschlagen, so werden hierdurch die auf letzteren gelangten 
entfaserten Samen wirksam entfernt. Wenn darauf der mit dem bewegten 
Messer verbundene Durchschlagrechen wieder emportritt, so bietet er 
die durch den Speiseapparat ihm unterdess neu zugeführte Baumwolle 
der Lederwalze dar, welche, wie oben bemerkt, die Fasern von Neuem 
zwischen sich und dem festen Messer hindurchzieht. Die Speisung der 
Wolle geschieht regelmässig von einem oberhalb der Maschine ange 
brachten Rumpfe aus, welcher mit frischer Baumwolle gefüllt wird und 
der zu jeder Seite einen den Walzen parallelen, über die Breite der 
Maschine sich erstreckenden Schlitz enthält. Durch einen in dieser 
Schlitzöffnung befindlichen, aus parallelen Stäbchen gebildeten Rechen 
ist das freie und ungeregelte Herabfallen der Baumwolle verhindert, 
vielmehr wird eine regelmässige'Speisung durch eine parallel mit dem 
Schlitze ausserhalb desselben gelagerte schnell oscillirende Welle be 
wirkt; diese Welle trägt krumme Drahtfinger, die bei der Oscillation. 
zwischen die Stäbe des Rechens in den Rumpf treten, um dort Flausch- 
chen Baumwolle zu ergreifen und sie bei ihrem Rückgänge mit nach 
aussen zu ziehen und dort fallen zu lassen, in der Weise etwa, wie man 
mit dem gebogenen Zeigefinger aus einem Behälter durch eine kleine 
Oeffnung Theile des Inhalts herausholen würde. Für eine regelmässig 
selbsttätige Speisung, welche mit der Geschwindigkeit der Maschine 
gleichen Schritt hält, ist hierdurch gesorgt. 
Die Vorteile dieser Maschine liegen auf der Hand. Bei dei Ai 
Wendung von Gewichten zum Anpressen der Walze gegen das fes e 
Messer anstatt der Federn, welche bei den bisherigen Mac-Carthy- 
Maschinen gebraucht werden und welche behufs gleichmassigen Druckes 
eine geübte regulirende Hand erfordern, ist die Abnutzung geringer 
und da die Maschine symmetrisch gebaut ist, daher alle I ei e gu 
äqnilibrirt sind, kann die Geschwindigkeit gross genommen und somit 
eine beträchtliche Leistungsfähigkeit erzielt werden Die Ausstelle 
geben die Production an reiner Baumwolle zu 120 Pfund bei wo g
	        
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