158 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
Samen und zu 200 Pfund bei glatten Körnern stündlich an, eine Leistung,
welche die der älteren Walzenegrenirmaschinen weit übertrifft.
Eine in der amerikanischen Abtheilung ausgestellte Egrenirmaschine
bot nur insofern eine Eigentümlichkeit dar, als anstatt der Sägeblätter
Scheiben, mit Nadeln garnirt, zur Anwendung gebracht worden waren.
Die Firma J. J. Rieter & Co., welche bereits in Paris 1867 durch
die Vorzüglichkeit ihrer Maschinen sowohl in Hinsicht der Construction
wie der Ausführung in hohem Grade die Aufmerksamkeit erregte hatte
auch in Wien Vorzügliches geleistet. Wenn auch die Maschinen zum
grössten Theile im Allgemeinen dieselbe Anordnung zeigten, wie die
in Paris ausgestellt gewesenen, so waren doch in einzelnen Punkten
wesentliche Verbesserungen zu bemerken, auf welche allein hier näheres
Gewicht gelegt werden möge.
Bei dem Oeffner, welcher wie der in Paris auf derselben Seite
die Zuführung und Abführung erhalten hatte, war anstatt der üblichen
zwei geriffelten Einlasscylinder eine Stachelwalze mit darüber befind
licher Mulde angebracht, um ein Zerdrücken der Samenkörner zu ver
meiden und doch ein genügendes Festhalten der Baumwolle auch bei
dünner Vorlage zu erreichen.
Ebenso war bei dem Batteur eine Verbesserung des (Lord’schen)
Speiseapparates zu bemerken. Die bei dieser Vorrichtung die Stelle
der unteren Zuführungswalze ersetzenden Hebel mit muldenförmig ge
bogenen Enden umschliessen die sie tragende Achse nur mit Oberlagern
zur Hälfte, was eine leichtere Reinigung und Oelung dieser Achse er
möglicht. Bekanntlich haben diese Hebel den Zweck, eine Regulirung
der Speisung dadurch'zu bewirken, dass eine Hebung oder Senkung
des betreffenden hinteren Hebelendes eintritt, sobald an einer Stelle die
Vorlage dicker oder dünner ist. Vermöge der von diesen hinteren
Enden herabhängenden unten keilförmig gestalteten Gewichtsstangen
wird bei der gedachten Bewegung eine Verschiebung der auf der einen
Seite der Gewichtsstange befindlichen Rollen und übrigen Gewichts
stangen bewirkt, welche Verschiebung durch Versetzung des Riemens
zwischen zwei conischen Riemtrommeln eine entsprechende Verlang
samung resp. Beschleunigung der Bewegung des die Baumwolle zufüh
renden Lattentuches hervorruft. Während nun früher von jedem Hebel
eine besondere Gewichtsstange herabhing, und zwischen je zwei Gewichts-
stangen eine frei bewegliche Rolle angebracht war, zeigt die neue Ein
richtung für je zwei Hebel nur eine gemeinschaftliche Gewichtsstange.
Hierdurch ist zwischen den letzteren der nöthige Spielraum gewonnen,
um je zwei Rollen anzubringen, und dadurch der Vortheil erreicht, dass
beim Heben von zwei benachbarten Stangen ein Stillstehen der betref
fenden Rollen zwischen ihnen und ein Schleifen und einseitiges Abnutzen
vermieden wird. Das Letztere tritt allerdings bei den älteren Apparaten
ein, wo zwischen je zwei benachbarten Gewichtsstangen nur eine Rolle