162 Gruppe. XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
complicirten Deckenyorgelege und mehrfachen Riemenübertragungen
hier nöthig sind. Die Spindeltrommelwelle empfängt hierbei ihre Be
wegung durch ein mittelst Nuth und Feder auf ihr befestigtes Differential
rad a, auf dessen verlängerter Nabe eine Rolle b für die Twistschnur
lose drehbar angebracht ist. An der Rolle b sitzt festgeschraubt das
conische Rad c, welches mit Hilfe der im Differentialrade a angebrachten
Wechselgetriebe dd mit dem auf der Spindeltrommelwelle lose dreh
baren conischen Getriebe e in Verbindung steht. Ein auf der Nabe
dieses Getriebes auf einer Feder verschiebbarer conischer Frictionsmuff /
kann durch eine mit dem Drehungszähler correspondirende Ausrücker
klaue entweder nach links gegen das conisch abgedrehte Differential
rad a, oder nach rechts gegen einen conisch ausgedrehten Ring g
gepresst werden, welcher letztere ganz frei von der Weile auf dem Wagen
festgeschraubt ist. Wird die Muffe / gegen das Differentialrad a ge
presst, so ist e mit a durch / zu einem Ganzen verbunden, und die
Bewegung, welche der Rolle b durch die Twistschnur ertheilt wird,
pflanzt sich unmittelbar und unverändert durch das Differentialrad a
auf die Spindeltrommelwelle fort, da den Wechselrädern dd eine Drehung
um die eigenen Achsen nicht gestattet ist. Dieser Zustand findet nach
Beendigung des Wagenlaufes statt, wenn dem Garne der Nachzwirn
ertheilt wird. Während des Herausspinnens aber ist die Muffe / fest
gegen den Ring g angepresst, und hierdurch ist das Getriebe e absolut
festgestellt. Bei einer Umdrehung der Seilscheibe b wird daher jetzt
das Differentialrad a um einen Winkel mit herumgenommen werden,
Q
welcher sich zu — berechnet. Ist der Halbmesser des Getriebes e
c + e
etwa halb so gross, wie derjenige des Rades C, so Verhält sich die
Spindelgeschwindigkeit während des Herausspinnens zu derjenigen
des Nachzwirnens wie 2 zu 3.
Da sich die Fäden beim Spinnen von Kette während des Nach
zwirnens nicht unbedeutend verkürzen, so ist hier die Anordnung
getroffen, dass die Cylinder während des Wagenstillstandes noch sehr
langsam sich weiter drehen, um die erforderliche Nachlieferung zu
gewähren. Wäre dies nicht der Fall, so müsste man, wie es bei Streich-
garnselfactoren wohl geschieht, dem Wagen während des Nachzwirnens
eine geringe rückläufige Bewegung geben. In dem vorliegenden Falle
ist dies natürlich nicht nöthig und erreicht man durch die hier gewählte
Anwendung einer kleinen Nachlieferung gleichzeitig den Vortheil, die
Entstehung dünner Fadenstellen da zu vermeiden, wo die Fäden sonst
während längerer Zeit zwischen den unbewegten Cylindern festgehalten
werden. Eine solche geringe Nachlieferung wird auch meistens noch
während des Einfahrens beliebt, weil man glaubt, dadurch eine gewisse
Mehrleistung des Selfactors zu erlangen. Ob diese Mehrleistung nicht
eine illusorische ist, soll hier nicht erörtert werden, jedenfalls hängt