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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

168 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
die Dauer einer solchen Maschine bei schnellem Gange nur eine 
kurze sein. 
* Endlich war noch eine Flachsbrechmaschine ganz eigentümlicher 
Art (System Kaselowski) von Hallerberg in Oberlübbe ausgestellt. 
Bei dieser Maschine, welche mit schwingenden Messern arbeitet, ist 
die Bewegung der gewöhnlichen Brechlade in gewissem Sinne nach- 
geahmt. 
Eine horizontale Trommel trägt vier Paar mit der Achse parallele 
Schienen oder stumpfe Messer, zwischen welche andere an einem vertical 
auf- und niedergehenden Messerkasten befindliche Messer eintreten 
können Dieser Messerkasten erhält seine Bewegung in einfacher Weise 
durch die gekröpfte Betriebswelle, welche bei jeder Umdrehung, also 
wahrend eines Spiels der beweglichen Messer, die Messertrommel ge 
rade um eine Viertelumdrehung herumdreht, so dass stets ein neues 
Messerpaar der Trommel sich dem niedergehenden Messerkasten dar- 
bietet. Ein Paar geriffelte Speisewalzen sorgen für eine regelmässige 
Zu uhrung des Strohs. Die Stengel werden hierbei in genau derselben 
Meise geknickt, wie bei der gewöhnlichen Breche, und es dürfte die 
Faser bei dieser sehr hübsch und einfach construirten Maschine ganz 
besonders geschont bleiben. 
Nach dieser Besprechung der Vorbereitungsmaschinen bleibt über 
die eigentlichen Spinnmaschinen nur noch verhältnissmässig wenig zu 
sagen. Combe & Barbour hatten eine Hechelmaschine ihrer bekannten 
und weltberühmten Construction ausgestellt, wie sie auch schon in Paris 
war Als Verbesserungen an dieser Maschine sind anzuführen, dass 
die Hechelstabe nicht direct, sondern mit Hilfe längerer Bleche an den 
echelriemen befestigt sind, wodurch ein mehr rechtwinkliges Ein 
schlagen der Hecheln in den Flachs erreicht wird. Ferner ist die 
Ue ° h ® 1 “ aS ° lll “ e mit Vorrichtungen versehen, um ein bequemes Sehliessen 
und Oeffnen der Zangen zum Einspannen des Flachses zu bewirken 
Eine verticale Spindel kann durch ein unterhalb angebrachtes conisches 
Wechselgetriebe links- oder rechtsum gedreht werden, und da die Spindel 
an ihrem oberen freien Kopfe mit einer Vertiefung zur Aufnahme der 
Zangenmutter versehen ist, so wird durch diese Bewegungen ein Oeffnen 
oder Schhessen der Zangen bewirkt. Eine hierzu angewandte Kuppelung 
mit schrägen Zahnen löst sich von selbst aus, sobald der Druck mit 
welchem die Zangen zusammengepresst sind, eine bestimmte Grösse 
erreicht. Durch diese Vorrichtung ist nicht nur viel Mühe und Arbeit 
gespart, sondern auch dafür Sicherheit gegeben, dass die Zangen stets 
gehörig fest geschlossen sind, und ein Herausziehen der Fasern nicht 
möglich ist. 
Ausserdem hatte die Firma noch einen Spreader zu sechs Bändern 
einen Durchzug mit drei Köpfen zu je sechs Bändern und eine Vor 
spinnmaschine ausgestellt, welche nur hinsichtlich der Lagerung eini-
	        
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