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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

170 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
ausgebreitete Hanf wird durch zwei Speisewalzen einem Systeme von 
Hechelstäben zugefübrt, welche, an den Enden durch zwei endlose über 
Walzen gehende Ketten verbunden, bei der Umdi'ehung dieser Walzen 
in horizontaler Ebene fortschreiten und dabei den dargebotenen Hanf 
mitnehmen. Unmittelbar hinter diesem Hechelsysteme liegt ein zweites 
ganz eben solches, welches aber eine viel schnellere Bewegung empfängt 
als das erste. In Folge dessen, werden die Fasern, wenn sie durch 
die Hecheln der ersten Kette bis zum zweiten Hechelsysteme gebracht 
sind, von diesen ergriffen und durch die Nadeln des ersten Systems 
hindurchgezogen. Beim Verlassen des zweiten Systems gelangen sie 
zwischen zwei Paar Abzugscylindern hindurch, welche das Material als 
Band abliefern. Das von der Anlegemaschine abgehende Band geht 
nun 10-bis 12fach duplirt durch den mit einem eben solchen Streckwerke 
versehenen Durchzug, event. noch durch einen zweiten Durchzug und 
gelangt dann nach der Spinnmaschine, welche ein eben solches Streck 
werk und Flügelspindeln wie die Vorspinnmaschinen trägt. Diese durch 
Riemen getriebenen Spindeln machen pr. Minute etwa 1200 Umdrehun 
gen. Grosse Productionsfähigkeit wird diesem Systeme der Seilgarn 
spinnerei nachgerühmt J ). 
Maschinen zur Schafwollspinnerei. 
Die Maschinen zur Verarbeitung der Schafwolle, wenigstens der 
Streichwolle, waren auf der Wiener Ausstellung reicher vertreten, als 
die Maschinen zum Spinnen irgend eines anderen Faserstoffes. Dieselbe 
Erscheinung zeigte sich ebenfalls schon auf der Pariser Ausstellung. 
Bereits in London 1862 war das Streben der Constructeure von Streich 
garnspinnereimaschinen unverkennbar dahingerichtet, durch vervoll 
kommnte Maschinen nicht nur die Handarbeit möglichst durch Ele 
mentarkraft zu ersetzen, sondern auch ein gleichmässigeres schöneres 
Product selbst aus geringeren Wollen zu erzeugen. Die selbstthätigen 
Legapparate von Apperly und Ferrabee, welche damals zuerst 
ausgestellt waren, sind unter anderem ein Beweis dafür. 
Durch Einschaltung solcher Legapparate zwischen der Vorkrempel 
und Mittelkrempel, sowie zwischen dieser und der Vorspinnkrempel 
sollte ein zweifaches Abnehmen und ein ebenso häufiges Wiedervorlegen 
der bis dahin üblichen Pelze erspart werden, und damit sollten eben 
so viele Ursachen einer unregelmässigen Speisung fortfallen, wie sie 
mit menschlicher Handarbeit in der Regel doch verbunden zu sein 
*) Eine Beschreibung der Kettenstrecke siehe in Dingler’s polyt. Journ. 
1873, 2. Februarheft.
	        
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