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Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie.
pflegen. Die damals ebenfalls zuerst ausgestellten Oelwölfe und Ent-
klettungsapparate waren ein Deweis dafür, wie mächtig das Bestreben
war, einerseits durch rationelle gleichmässige Vertheilung der Sclnnelz-
flüssigkeit möglichste Oekonomie im Gebrauche dieses kostbaren Materials
zu erreichen, andererseits durch entsprechende Absonderung der me
chanisch beigemengten Unreinigkeiten auch Wollen, die bis dahin
verhältnissmässig wenig Werth hatten, wie die meisten Colonialwollen,
mit günstigem Erfolge zu verwenden. Der Versuch, zum Feinspinnen
des Streichgarns selbstthätige Spinnmaschinen zu verwenden, trat
damals noch mit einer gewissen Bescheidenheit auf, denn nur von zwei
hervorragenden englischen Firmen waren Selfactors ausgestellt. Dies
mag, neben der Schwierigkeit, welche das lockere V ollengarn dem
automatisch arbeitenden Spinnstuhle entgegensetzt, wohl hauptsächlich
darin gelegen haben, dass zu damaliger Zeit die ältere Lockenkrempel
noch nicht so allgemein von der Vorspinnkrempel verdrängt war, wie
dies heutzutage der Fall ist, wofür die Ausstellung besonderer Locken-
Anstückelmaschinen in London ein Beweis sein dürfte.
Aber auch schon damals hatte man die Vortheile erkannt, welche
in der Verwendung von nach Art der Watermaschinen contihuirlich
spinnenden Maschinen liegen würden. Die ausgezeichnetsten Construc-
teure hatten der Lösung dieser Aufgabe einen grossen Aufwand von
Scharfsinn, Zeit und Geld zugewendet, wie die Vorspinnmaschine von
Vimont und die Streichwollthrostle von Sykes bewiesen.
Auf der Pariser Ausstellung 1867 konnte man das schon in London
hervorgetretene Bestreben nach möglichster Vervollkommnung der
Streichgarnspinnereimaschinen ebenfalls deutlich erkennen. Waren
auch namentlich hinsichtlich des Krempelprocesses wesentliche Neue
rungen nicht zu bemerken, so zeigte doch die namhafte Anzahl von
Streichgarnselfactoren (es waren deren, soviel uns bewusst, sieben aus
gestellt) aus französischen, belgischen und deutschen Fabriken, dass
man in der Verwendung des automatischen Spinnstuhls für Streich
wolle viele Schwierigkeiten zu überwinden gelernt hatte. Was die
Anwendung von Flügelspindeln anbetrifft, so fehlte es auch in Paris
nicht an einer Reihe von nach dem System der Watermaschine gebauten
Maschinen, unter denen besonders die von Vimont und von Pierrard
Parpaite zu erwähnen sind, die damals zu grösseren Hoffnungen füi
die Zukunft zu berechtigen schienen, welche Hoffnungen sich aber wohl
nur in sehr geringem Maasse realisirt haben. Einen wesentlichen
Fortschritt zeigte die Pariser Ausstellung aber hinsichtlich der Vor
bereitung der Wollen durch den Wasehprocess, indem, wahrscheinlich
durch die erweiterte Verwendung der Colonial-Fettwollen veranlasst,
mehrere sehr zweckentsprechende Waschmaschinen ausgestellt waren,
welche hinsichtlich der Quantität wie der Qualität ihrer Leistung vor
zügliche genannt werden mussten.