Section I. Motoren, Kraftübertragungsinaschinen etc. 5
Die fünfte und letzte Gruppe endlich wird gebildet von zwei
Maschinen mit eigenthümlicher Drehhahnsteuerung, bei welcher die
Expansion durch eine besondere Expansionskappe resp. durch einen
zweiten Hahn verändert wird, deren Stellung gegen den Steuerhahn
vom Regulator abhängig ist.
Ich gehe jetzt über zu der Beschreibung der einzelnen Maschinen
selbst und ihrer Eigenthümlichkeiten, soweit dies innerhalb des engen
Rahmens eines Berichtes möglich; ich werde dabei alle die Maschinen,
welche sich unter keine der obigen Gruppen unterordnen lassen, welche
also keine vom Regulator abhängige Expansionssteuerung besitzen,
vorab nehmen.
Hierbei werde ich, entsprechend dem auf der Ausstellung adop-
tirten Aufstellungsprincipe, nach Ländern Vorgehen, und zwar in der
selben Reihenfolge, wie dies auf der Ausstellung selbst geschehen.
Ich beginne daher mit dem — auf der Ausstellung westlich
sten Lande, mit Amerika.
Amerika hat vier Maschinen ausgestellt und zwar: Pickering &
Davis, Portland, Connecticut, eine kleine liegende Maschine, die
Norwalk Iron Works, South-Norwalk, Connecticut, eine liegende Ma
schine von 25 Pferdestärken, und endlich die Newyork SafetySteam
Power Co. zu Newyork zwei kleine verticale Maschinen von je 10
und 4 Pferdestärken. Alle haben nur einen Schieber und als Regu
lator ist bei allen der schon 1867 bekannte kleine Federregulator mit
drei Gewichten — Patent Pickering — angewandt, der ohne jegliche
Zwischenverbindung direct auf ein kleines Ventil wirkt.
Die beiden stehenden Maschinen sind hübsche Maschinen, nach
amerikanischer Art bunt lackirt, haben aber weiter nichts besonders
Bemerkenswerthes. Die Maschine der Norwalk Iron Works hat im
Gestell den Typus der Corliss-Maschine: Cylinderdeckel, Führungsleisten
und Schwungradlager bilden ein kräftiges Hohlgussgestell zur Verbin
dung desCylinders mit dem letzteren. Die Maschine von Pickering &
Davis hat zwei Pleuelstangen zu beiden Seiten und das Schwungrad
in der Mitte der Welle. Sie hat gleich der Corliss-Maschine keine
Bettplatte; die Verbindung zwischen Cylinder und Lager wird her
gestellt durch die flachen schmiedeisernen Führungslineale und be
sondere Zugstangen. Eigenthümlich ist der Treibriemen dieser Ma
schine. Derselbe ist von Charles Underhill in Polland, Connecticut,
ausgestellt und ist ein Keilriemen, der aber dadurch bemerkenswert!!
ist, dass derselbe aus sieben einzelnen Lagen besteht, von denen aber
nur drei völlig durchgehen und das eigentliche Band bilden, während
die vier übrigen durch kurze Zwischenräume in besonders aufgenietete
Keilstücke getheilt sind. Um die Anhaftefläche noch zu vergrössern,
ohne doch der Gelenkigkeit des Ganzen zu sehr Eintrag zu thun, ist