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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

176 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel. 
I eriabee, welcher, was die Anordnung und Bewegung der endlosen 
Tücher betrifft, Verbesserungengegen den ursprünglichen Apparat zeigt, 
bildet aus dem Vliesse der Mittelkrempel Wickel mit parallel der Achse 
liegenden Fasern, von welchen Wickeln zwei der Vorspinnkrempel 
vorgelegt werden. 
Die Vorspinnkrempel ist mit dem von Martin erfundenen, zuerst 
im Jahre 1871 durch die Londoner Specialausstellung bekannt gewor 
denen Riemchenapparat zur Vliesstheilung in Bänder versehen. Dieser 
Apparat, welcher auch an den ausgestellten Krempeln des Erfinders 
vorhanden war, dürfte wohl eine der bedeutendsten Erfindungen reprä- 
sentiren, welche seit der letzten Pariser Ausstellung im Gebiete der 
Streichgarnsffcnerei gemacht worden sind. Der Zweck dieser Ein 
richtung besteht darin, das von dem Peigneur durch einen Hacker 
abgenommene Vliess in einzelne Bänder (80 bis 120) zu zerlegen. Zu 
dem Ende sind vor dem Peigneur zwei eiserne Cylinder gelagert, welche 
mit kreisförmig herumgehenden Nuthen von der Breite der zu erzeugenden 
Bändchen derart versehen sind, dass die Nuthen der beiden Cylinder 
versetzt gegen einander stehen, dass also immer eine Nuth des unteren 
Cylinders einer Rippe des oberen Cylinders gegenübersteht. Zwei Systeme 
endloser Riemchen, so breit wie die Nuthen resp. Rippen, sind nun so 
geführt, dass das durch den Hacker abgestreifte Vliess zwischen die 
beiden Riemchensysteme tritt, und dass es bei der Trennung dieser 
Riemchen von einander in ebenso viele Bändchen zertheilt wird; als 
Riemchen im Ganzen vorhanden sind. Die Hälfte dieser Wollbändchen 
geht mit den unteren Riemchen nach einem Frottirapparate, um durch 
zwei Wickelapparate als gewürgelte Vorgespinnstfäden aufgewickelt zu 
werden, während die andere Hälfte von den oberen Riemchen mit 
genommen wird, um nach dem Durchgänge durch einen Würgelapparat 
ebenfalls aufgewickelt zu werden. Der Vortheil dieser Einrichtung 
besteht darin, dass neben sehr gleichmässiger Beschaffenheit der Bänd 
chen die Anzahl derselben viel grösser genommen werden kann (bis 
120 bei 1'20 m breiter Karde). Das erzeugte Vorgespinnst fällt in 
Folge dessen feiner aus, als bei den älteren Vorspinnkrempeln und 
gestattet die Erzielung höherer Nummern, ohne dass man zu dem Mittel 
des Doppelspinnens seine Zuflucht nehmen müsste. Auch ist die Pro 
duction der mit diesem Riemchenapparat arbeitenden Vorspinnkrempel 
deswegen grösser, weil der Peigneur hier einen vollen Kratzenbeschlag 
erhält, und seine wirksame Oberfläche nicht durch die bei der älteren 
Construction vorhandenen leeren Zwischenräume verkleinert wird. 
Dieser sinnreiche Apparat hat sich in sehr kurzer Zeit eingebürgert und 
viele Freunde verschafft. Der beste Beweis seiner Vorzüglichkeit dürfte 
darin zu erkennen sein, dass die hervorragendsten Firmen, wie Platt 
Brothersin Oldham undRich.Hartmann in Chemnitz, ihre Maschinen 
mit diesem Apparate versehen.
	        
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