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MAK

Full text : Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section  II.  b.  Maschinen  für  Faserstoff-Industrie.  177
Celestin  Martin  hatte  zwei  Sortimente  Krempeln,  eins  für  dreimalige, ­
  das  andere  für  zweimalige  Kardirung  ausgestellt.  Das  erste
Sortiment  ist  vor  der  Reisskrempel  mit  dem  bekannten  Bollette’schen
Speiseapparate  versehen  und  wickelt  das  Yliess  auf  ein  Martin’sches
endloses  Pelztuoh  auf.  Dieser  Pelz  wird  der  zweiten  Krempel  vorgelegt, ­
  welche  ihrVliess  einem  doppelten  endlosen  Pelzapparat  zuführt.
Die  Vorspinnkrempel  endlich  liefert  mit  Hilfe  des  vorgedachten  Riemchenapparates ­
  auf  4  Spulen  120  gute  Fäden  und  2  Eckfäden,  bei  einer
Breite  der  Krempeln  von  P20  m.  Alle  Kratzen  dieses  Sortiments  für
mittlere  und  feine  Wollen  haben  sechs  Arbeiter  und  Wender,  gusseiserne
Tambours,  hohle  schmiedeiserne  Wender  und  Arbeiter  und  Volants  aus
Eisenblech  mit  Pappe.  Die  Lagerung  der  Walzen  geschieht  in  Kanonenlagern, ­
  welche  in  ihrem  Gehäuse  beweglich  sind,  überhaupt  ist  die
Ausführung  der  Maschinen  in  allen  ihren  Theilen  wiederum  ein  Beweis
für  die  solide  und  gediegene  Arbeit  des  berühmten  Constructeurs.
Das  zweite,  nur  aus  einer  Vorkrempel  und  einer  Vorspinnkrempel ­
  bestehende  Sortiment  Kratzen  für  ordinäre  Wollen  erhält  in
der  Vorkrempel  eine  Speisung  von  Hand  aus  auf  ein  Lattentuch,  liefert
das  aus  dem  Vliesse  gebildete  Band  durch  einen  schottischen  Bandlegeapparat
  an  die  Vorspinnkrempel  in  Lagen  parallel  der  Trommelachse
ab,  und  ist  mit  einem  Riemchenapparat  zu  60  Bändern  versehen.  Die
Anzahl  der  Arbeiter  und  Wender  beträgt  hier  nur  fünf.
Das  von  Bede  ansgestellte  Sortiment  besteht  aus  einer  Vorkarde
mit  Bolette’scher  Speisevorrichtung  und  einer  durch  eine  schottische
Bandführung  gespeisten  Vorspinnkrempel  zu  80  Bändern.  Von  diesem
Aussteller  war  auch  ein  Apparat  zur  Theilung  des  Vliesses  in  Bänder
ausgestellt,  welcher  im  Princip  an  die  Martin’sche  Methode  der  Thei-'
  lung  sich  anschliessend,  anstatt  der  zwei  Systeme  von  laufenden  Riemchen
zwei  Systeme  von  schmalen  biegsamen  Stahlbändern  zur  Verwendung
bringt.  Diese  Stahlbänder  sind  zwischen  festen  Gestelltraversen  festgeschraubt, ­
  und  der  Transport  der  Bändchen  geschieht  durch  die  Bewegung ­
  der  Würgelleder,  die  sich  dicht  an  jene  festen  Stahlbänder
anschmiegen.  Der  Erfinder  glaubt  durch  diese  allerdings  etwas  vereinfachte ­
  Anordnung  die  Unregelmässigkeiten  des  \  orgespinnstes  zu
vermeiden,  welche  bei  dem  Martin’sehen  Apparate  durch  die  Veischiedenheit
  der  Breite,  Spannung  und  Oberflächenbeschaffenheit  der  Riemchen
sich  etwa  ergeben.
Sehr  schöne  Krempeln  von  gediegener  Arbeit  waren  von  Oscar
Schimmel  in  Chemnitz  ausgestellt.  Die  Pelztrommel  der  Vorkarde
zeigte  einen  hübschen  Apparat  zum  Aufreissen  des  Pelzes,  bei  welchem
zwei  im  Umfange  der  Pelztrommel  liegende,  mit  Zähnen  besetzte  Klappen
sich  beim  Druck  auf  einen  Hebel  nach  aussen  öffnen  und  dadurch  das
Vliess  in  einer  Linie,  genau  parallel  der  Achse  durchreissen,  worauf
eine  Wickelspule  das  Vliess  sogleich  aufwickelt.
Wiener  Weltausstellung.  II.

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