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MAK

Full text : Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

Section  II.  b.  Maschinen  für  Faserstoff-Industrie.  181
im  Wagen  befindlichen,  von  der  Trommelwelle  langsam  gedrehten,
kurzen  Welle  befestigt  ist.  Der  gedachte  Bolzen  trägt  im  Innern  der
Büchse  einen  Schraubengang,  welcher  gegen  einen  festen  mit  dem  Boden
der  Büchse  verbundenen  Schraubengang  sich  stützt.  Nach  beendigtem
Wagenauszuge  tritt  die  Zahnscheibe  der  im  Wagen  befindlichen  Welle
gegen  diejenige  des  Bolzens  und  nimmt  letzteren  mit  herum,  wodurch
der  Bolzen  sich  vermöge  des  Schraubenganges  aus  der  Hülse  herausschraubt ­
  und  den  Wagen  zurückdrängt.  Sobald  diese  Bewegung  die
Ganghöhe  des  Schraubenganges  erreicht  hat,  springt  der  Bolzen  unter
dem  Einfluss  einer  Schraubenfeder  wieder  in  die  Büchse  zurück,  die
Kuppelung  ist  ausgelöst  und  der  Wagen  steht  still.
Endlich  war  noch  ein  Selfactor  von  der  Firma  Josephy’s  Erben
in  Bielitz  ausgestellt.  Die  Fabrik,  welche  bisher  noch  keine  Selfactors
ausgeführt  hatte,  debutirte  mit  dieser  Maschine  in  sehr  anerkenn  enswerther
  Weise.  Die  Ausführung  dieses  nach  dem  Pari-  Curtis  sehen
Steuerungssysteme  gebauten  Selfactors  war  eine  durchweg  gute,  und
die  Construction  eine  gelungene  zu  nennen.  Die  Spindeln  arbeiten  im
einfacher  und  doppelter  Geschwindigkeit  in  der  Art,  dass  eine  kleinere
Geschwindigkeit  für  langsameres  Anspinnen  dadurch  erzielt  wird,  dass
der  Riemen  nur  zum  Theil  auf  die  betreffende  Riemscheibe  geleitet  wird.
In  besonderem  Grade  wurde  die  Aufmerksamkeit  der  Streichgarnspinner ­
  auf  der  Wiener  Ausstellung  durch  drei  Maschinen  in  Anspruch
genommen,  welche  den  Zweck  haben,  die  Mulespindel  durch  die  continuirlich
  spinnende  Waterspindel  zu  ersetzen,  und  daher  den  Namen
Continümaschinen,  oder,  weil  der  Wagen  dabei  fortfallt  auch  wohl
die  Bezeichnung  feststehende  Spinnmaschinen  erhalten  haben.
Die  Vortheile  solcher  Maschinen,  vorausgesetzt,  dass  sie  hinsichtlich  der
Brauchbarkeit  des  Productes  befriedigende  Resultate  geben  würden,  sind
in  Bezug  auf  Productivität,  Preis,  Kraft-  und  Raumbedürfmss  sowie
Bedienungspersonal  so  bedeutend,  dass  schon  seit  längerer  Zeit  die  voizüglichsten
  Constructeure  sich  der  Lösung  der  Aufgabe  unterzogen  haben,
eine  solche  Maschine  zu  construiren.  Wir  dürfen  die  Leistungen  von
Vimont,  Sykes  und  Anderen  auf  diesem  Gebiete  als  durch  die  letzten
Weltausstellungen  in  Paris  und  London  hinreichend  bekannt  gewor  en
voraussetzen.  Von  diesen  Maschinen  haben  nur  die  nach  dem  Sykes  -
sehen  System  ausgeführten  einige  Verbreitung  gefunden,  die  aber  gar
nicht  im  Verhältnisse  zu  den  bedeutenden  Vortheilen  steht,  welche  dieses
System  zu  gewähren  im  Stande  sein  müsste,  wenn  das  Resultat  ein
besseres  wäre.  Das  erzeugte  Garn  entspricht  hinsichtlich  der  Weichheit
und  Filzungsfähigkeit  durchaus  nicht  den  Anforderungen  der  luchfabrikanten,
  und  soviel  uns  bekannt  geworden,  hat  man  mehrfach  die
angeschafften  Maschinen  nur  zum  Spinnen  sehr  stark  gedrehter  Ketten
verwenden  können,  in  einzelnen  Fällen  sogar  in  Maschinen  zum  Zwirnen
umgeändert.
            
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