182
Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
Pie Firma Bede & Co. hatte eine solche Maschine Sykes’scher
Construction mit einer daran angebrachten Modification des Streckwerks
ausgestellt, und erhielt diese Maschine zeitweise in Betrieb. Die erwähnte
Modification besteht darin, dass von den beiden bei Sykes
zwischen den Einzug- und Streekcylindern befindlichen schnell rotirenden
Schlägern der eine, welcher den Streckcylindern am nächsten liegt,
durch eine flache Schiene ersetzt ist, welche auf ihren beiden schmalen
Seiten mit Kratzenbeschlägen garnirt ist, und welche eine langsame
Drehung erhält. Es wird bei dieser Drehung das zwischen den Streckcylindern
befindliche Fadenstück zeitweise von den Kratzen erfasst und
wegen deren langsamer Bewegung in gewissem Grade festgehalten, so
dass die Verstreckung sowohl wie die (falsche) Drahtgebung des Röhrchens
sich in diesem Falle nur auf das zwischen dieser Kratzen schiene
und den Vordercylindern befindliche Fadenstück erstreckt. In dem
Augenblicke, wo die gedachte Schiene in ihrer Drehung soweit Vorgerückt
ist, dass sie den erfassten Faden nunmehr frei lässt, vertheilen
sich Verzug und Draht auch über das hintere Fadenstück, in welchem
übrigens durch den beibehaltenen hinteren Sykes’sehen Schläger die
schnell auf einander folgenden Drahtunterbrechungen in bekannter
Weise vor sich gehen.
Eine Maschine zu demselben oben angegebenen Zwecke, welche
von Martin, dem genialen Erfinder des Riemchenapparates an der
Vorspinnkrempel, construirt worden, zeigt eine wesentlich neue Anordnung
und sucht das betreffende Problem in eigenthümlicher von der
Sy kes 'sehen gänzlich abweichender Weise zu lösen. Gestützt auf die
hei der Mulespindel auftretende Eigenthümlichkeit, dass bei ungleichen
Dicken des dem Verzüge und der Drehung unterworfenen Fadenstücks
der Draht sich hauptsächlich auf die dünneren Stellen wirft, der
Verzug aber in Folge dessen besonders die dickeren und weniger zusammengedrehten
Stellen trifft , wodurch eine stete und selbstständige
Ausgleichung des Fadens erzielt wird, beabsichtigt der Erfinder hei
seiner Maschine eine ähnliche Wirkung durch Anwendung eines Regulators,
welcher, für jeden Faden angebracht, dickere Stellen der Drahtgebung
(falschen, durch Röhren) entziehen soll. Der gedachte Regulator
besteht aus einem kleinen, zart gearbeiteten Winkelhebel, über
dessen einen Arm der Faden läuft, und dessen anderer Arm ein kleines
verstellbares Gewicht zum Abbalanciren trägt. Im normalen Dickenverhältniss
des von den Einzugscylindern abgelieferten Vorgarns geht
das letztere frei über den Hebel hinweg, bei einer grösseren Fadenspannung
indessen, wie sie sich bei grösserer Dicke des eingelieferten
Vorgarns oberhalb des Regulators einstellt, wird der letztere heruntergedrückt,
und das \ orgarn streift jetzt über eine feste, durch Sand
rauh gemachte Schiene hin. Auf dieser Schiene ist die Reibung gross
genug, um den Röhrchendraht anzuhalten, so dass derselbe nicht über