Section II. b. Maschinen für Faserstoff-Industrie. 185
mit selbstthätiger Ausrückung im Falle eines Fadenbruchs oder nach
vollendeter Strähnaufwickelung versehen, sondern auch eine Vorrichtung
dabei angebracht, welche das Unterfitzen der Strähne automatisch
vollführt, indem im richtigen Zeitpunkte von kleinen Spulen die nöthigen
Fitzfäden um die Gebinde gelegt werden. Hierdurch wird die Production
des Haspels gegen die bisherigen beträchtlich vergrössert, und
eine grössere Garantie dafür gewährt, dass sämmtliche Gebinde genau
gleich viel Fadenwindungen und somit gleiche Garnlänge enthalten
trotzdem von den Arbeiterinnen nur geringe Uebung erfordert wird.
Maschinen zu Seidenspinnerei.
Die in der italienischen Abtheilung ausgestellten Haspel zum
Abhaspeln der Cocons boten in ihrer Construction nichts Neues dar,
und Hessen hinsichtlich ihrer Ausführung Vieles zu wünschen übrig,
höchstens dürfte eines Apparats zum Erwärmen des für die Becken
erforderlichen Wassers von Padernello in Udine zu erwähnen sein.
Vortheilhafter fielen dagegen die hübsch ausgeführten, zweckmässig
eingerichteten Haspel ins Auge, welche in der französischen Abtheilung
von Jouffray Oadet fils ausgestellt waren. An der in der schweizerischen
Abtheilung von A. Frey ausgestellten dreietagigen Seidenzwirnmaschine
war ebenfalls etwas Neues nicht zu erkennen.
Erwähnung verdienen dagegen die von Wegmann &Co. in Baden
(Schweiz) ausgestellten Haspel für Seidensträhne mit elektromagnetischer
Ausrückung bei Fadenbruch. Diese Haspel arbeiteten mit einer sehr
bedeutendenUmdrehungsgeschwindigkeit, und schien der Ausrückungsmechanismus
prompt zu functioniren.
Ganz besonderes Interesse dagegen erregte eine Seidentitiiimaschine,
welche von Caspar Honegger ausgestellt war, und hinsichtlich
ihrer sinnreichen Einrichtung sowohl wie in Bezug auf ihre vollständige
Neuheit einen Glanzpunkt der ganzen Maschinenausstellung
bildete. Die Maschine hat den Zweck, Seide, welche zu dem Ende zu
Probesträhnen von bestimmter Länge (400 m) gehaspelt ist, nach
dem Gewichte dieser Strähnen zu sortiren. Diese Operation, welche
bisher durch die Hand geschehen musste, erforderte viele Zeit und geübte
Arbeiter, und man war doch vor Irrthümern nicht sicher. Die ausgestellte
Maschine verrichtete diese Arbeiten in bewundernswürdig sicherei und
exacter Weise, wie man jederzeit sich überzeugen konnte. Die Einrichtung
dieser genial construirten Maschine ist folgende: Eine langsam
rotirende (minütlich fünf Umläufe machende^, stehende Welle trägt
oberhalb den cyHndrischen Deckel eines eben solchen feststehenden
Gehäuses. Mit diesem Deckel in Verbindung steht eine Anzahl (10)