186 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel.
doppelarmiger radial gestellter Hebel, welche nach dem Principe der
bekannten Zeigerwagen wirken, indem die längeren Arme dieser
Hebel, nach aussen durch Oeffnungen im Umlange des Deckels heraus
ragend, mit Haken zur Aufnahme der Strähne versehen sind, während die
kürzeren Hebelarme die Belastungsgewichte tragen. Wird auf das
frei herausragende Ende eines solchen Hebels nun ein Seidensträhn ge
hängt, so wird letzterer den freien Arm bis zu einem Punkte herab
ziehen, in welchem er durch das am kurzen Arme hängende Tarirgewicht
gerade im Gleichgewichte gehalten wird. Diese Senkung ist natürlich
um so grösser, je grösser das Gewicht des betreffenden Strahns ist.
Hierauf beruht die eigenthümliche Art des Sortirens nach dem Gewichte.
Denkt man nämlich den mehrerwähnten Deckel sammt den Wagebalken
und den etwa daranhängenden Strähnen mittelst der das Ganze tragen
den verticalen Welle langsam im Kreise bewegt, und stellt man sich
vor, dass das feste cylindrische Gehäuse, unterhalb des Deckels
mit einer ringsum an dem Gehäuse angebrachten Führungsschiene
versehen ist, so wird einer von den gedachten belasteten Wagebalken
so lange auf diese Schiene sich stützen, als er seinem Bestreben,
unter dem Gewichte des Strähns zu sinken, noch nicht genügend Folge
leisten konnte. Da nun die Oberkante dieser Führungsschiene nicht
in einer horizontalen Ebene liegt, vielmehr eine immer tiefer herab-
steigende Curve, etwa der Theil einer sehr flachen Schraubenlinie ist,
so wird von dem Augenblicke an, wo der Wagebalken seine tiefste
dem Gleichgewichtszustände entsprechende Lage angenommen hat, die
Führungsfläche nicht mehr stützend gegen den Hebel wirken können,
letzterer wird vielmehr bei weiterer Drehung frei oberhalb der Füh-
rnngsfläche passiren. Im nächsten Augenblicke kommt nun ein ein
facher Abwerfapparat in Thätigkeit, welcher den Strähn radial nach
aussen von dem Wagebalken herunter und einem Auftünghaken zu
wirft. Solcher Auffanghaken sind 22 Stück rings um das cylindrische
Gehäuse angebracht, und mit der Bezeichnung der Gewichte in Deniers
(für 9600 m lange Strähne) von zwei zu zwei Deniers steigend ver
sehen, so dass der erste mit 18 und der letzte mit 62 bis 64 Deniers
bezeichnet ist. Alle schwereren Strähne werden einem 23sten Auf-
fangestabe zugeführt.
Die Speisung der Maschine geschieht durch einen Knaben, welcher
die vorher gehaspelten Strähne einfach über eine horizontale Schiene
legt, von welcher mit Hilfe einer Schraube die Strähne langsam dem
Apparate zugeführt werden, und zwar wird durch einen auf dieser
Schiene beweglichen Schieber der äusserste, auf dem freien Ende der
Schiene hängende Strähn gerade in einem solchen Augenblicke ab
geworfen, wenn das freie Ende eines der zehn Wagebalken ihm genau
gegenüber und zur Aufnahme des Strähns bereit steht. Hierzu ist
nöthig, dass der Schieber während jeder Umdrehung des Wagegehäuses