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Full text: Maschinenwesen und Transportmittel, Wiener Weltausstellung Heft 8

188 Gruppe XIII. Maschinenwesen u. Transportmittel 
fens, sondern auch zum Drehen um eine verticale Achse eingerichtet, 
damit man vermöge einer Drehung um 180° die Seidenbärte auf bei 
den Seiten kämmen kann. Der Kämmling, welcher sich in den Kamm 
stäben der endlosen Kette absetzt, wird wieder in Klammern gefasst 
und einer zweiten respective dritten Kämmmaschine untergelegt. Auf 
diese Weise erhält man von der ersten Maschine den längsten, von 
den beiden folgenden kürzeren Seidenzug, der Kämmling aus den 
Kammstäben der letzten Kämmaschine wird als Seidenwerg verarbeitet. 
Maschinen für Weberei. 
Wenn auch die Anzahl der ausgestellten Maschinen für Weberei 
eine ziemlich bedeutende war, so waren an denselben doch eigentlich 
neue Erfindungen von Bedeutung nur in verhältnissmässig geringem 
Maasse zu erkennen. Insbesondere gilt dies von den Vorbereitungs 
maschinen zum Zetteln, Schlichten und Aufbäumen, welche Neues eigent 
lich gar nicht darboten. Bei den Schussspulmaschinen begegnen wir 
einigen hübschen Anordnungen, welche zum Zwecke haben, dieTwistung 
des Fadens bei seinem Abziehen von den Schleifspulen zu vermeiden. 
Bei den Webstühlen, unter welchen die Handstühle so gut wie ganz 
zurücktraten, war das Streben erkenntlich, durch solidere Ausführung 
die Geschwindigkeit zu steigern, und durch Verbesserung der Ausleg 
apparate bei Fadenbruch, Steckenbleiben der Schütze im Fache, unrich 
tiger Function der Wechsellade etc. die Sicherheit des Ganges zu 
erhöhen, namentlich auch die Möglichkeit eines bequemen Kückwebens 
zu gewähren, für den Fall dies bei einem nicht sofort bemerkten 
Fadenbruche sich als erforderlich herausstellt. Ein Webstuhl für Segel 
tuch von 6'7 m Breite zeigte, in welch hohem Grade man die Schwie 
rigkeiten zu überwinden verstanden hat, welche eine grosse Breite der 
Waare der Anwendung mechanischer Webstühle bisher entgegensetzte. 
Einzelne Webereigeräthe, wie Schützen, Kämme, Tempel etc., waren in 
vorzüglicher Ausführung vorhanden. 
Vorbereitungsmaschinen. 
Die von der Tannwalder Baumwollspinnfabrik ausgestellte 
Zettelmaschine und Schlichtmaschine für baumwollene Ket 
ten zeigte keine wesentliche Abweichungen von den bekannten Maschi 
nen dieser Art, und es lässt sich dasselbe von der Schweifmaschine und 
Kettenleim- und Trockenmaschine für wollene Ketten sagen, welche die 
Erste Brünner Maschinenfabrik ausgestellt hatte. Das Trocknen 
der geleimten Kette wird hierbei durch ein System von Dampfröhren
	        
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